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7 Tipps für einen nachhaltigen Festivalbesuch

Ungefähr 40 Kilogramm CO2 verursacht ein Festivalbesucher pro Tag. So manches Musikevent hat damit den CO2-Ausstoß einer mittleren Kleinstadt. Dazu kommen 15 Kilogramm Müll pro Person. Umso wichtiger ist ein umweltfreundliches Verhalten seitens der Besucher. Wir haben ein paar Tipps für einen nachhaltigen Festivalbesuch zusammengestellt.

Das Thema Nachhaltigkeit wird für Festivals wichtiger. Immerhin entstehen an einem Wochenende schnell mehrere Tausend Tonnen Müll und der CO2-Ausstoß eines 75.000 Besuchern-Festivals gleicht einer Kleinstadt. Ansätze zur Verbesserung gibt es viele: Die Anreise mit der Bahn ist inzwischen oft im Ticketpreis enthalten. Bei der Bühnenbeleuchtung wird auf Energiesparlampen gesetzt und die Imbiss-Buden verkauften Bio-Produkte aus der Region. Den größten Einfluss haben aber die Besuchern selbst.

1.) Anreise mit der Bahn: Die meisten Festivals sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Die Anreise per Bahn ist häufig problemloser und auf jeden Fall umweltschonender als die mit dem Auto. Gerade vor Großevents wie Rock am Ring kommt es außerdem häufig zum Stau. Einen sozialen Aspekt hat die Reise mit der Bahn auch noch. Auf dem Weg zum Festival trifft man häufig Gleichgesinnte und kann so schon erste Freundschaften für das gemeinsame Wochenende knüpfen. Vom Bahnhof zum Festivalgelände gibt meistens einen Shuttle-Service. Manche Festivals bieten inzwischen auch digitale Mitfahrzentralen, um eine gemeinsame Anfahrt zu organisieren.

2.) Achtet auf den Müll: Inzwischen gibt es auf jedem Festival Müllpfand. Der Besucher muss rund fünf Euro bezahlen und bekommt den Pfand am Ende erst bei Rückgabe von gefüllten Müllsäcken zurück. Für Geldbeutel und Umwelt sollte das wohl machbar sein. Auch beim Zelten ist Mülltrennung keine große Anstrengung. Man kann sich einfach passende Müllsäcke mitnehmen und seinen Müll ordentlich entsorgen oder wieder mit nach Hause nehmen. Klingt banal, aber genau das ist ein großes Problem für die Veranstalter. Ganze Sofas, kaputte Zelte oder Holzreste verursachen jedes Jahr hohe Entsorgungskosten. Nach einem großen Festival dauert es oft eine Woche bis das Gelände wie komplett sauber ist. Die Besucher lassen bis 1.000 Tonnen Müll zurück.

3.) Becherpfand für die Umwelt: Für Getränke, die auf dem Festivalgelände verkauft werden, wird Pfand erhoben. Wer seinen Becher nicht am Getränkestand, sondern bei den Freiwilligen von Viva con Agua abgibt, spendet seinen Pfand für Trinkwasserprojekte in Afrika. Da die Jungs und Mädchen von Viva con Agua immer auf dem Gelände unterwegs sind, spart man sich häufig sogar weite Wege und langes Anstehen an den Getränkeständen.

4.) Essen: Essen auf dem Festival ist selten gut, entweder gibt es nur pappiges Fast Food zu teuren Preisen oder es kommt kalt aus der Dose. Doch das muss nicht immer so sein. Inzwischen gibt es auf immer mehr Festivals Food Trucks, die mit Bio-Produkten aus der Region kochen. Aber man kann auch selbst aktiv werden. Viele gesunde Lebensmittel kommen auch ohne Kühlung aus und lassen sich einfach mitbringen. Zum Beispiel: Nüsse, Äpfel, Karotten, aber auch Müsli (mit Saft oder Wasser statt Milch), Hummus-Salate, Müsli-Riegel oder Reiswaffeln.

5.) Ab auf den Goldeimer: Dixie Klos sind nicht nur ziemlich ekelig, sondern randvoll mit Chemie. Die ökologische und saubere Alternative heißt Goldeimer. Das Hamburger Social Startup hat sich mit Komposttoiletten auf Festivals einen Namen gemacht. Die von Künstlern gestalteten Toilettenhäuschen bieten eine kreislauforientierte und charmante Alternative, auf Events seinem Geschäft mit Komfort und Wohlbefinden nachzugehen. Das Beste: Aus dem Häufchen wird später Humus und das Geld für die Toilettenbenutzung kommt den Projekten von Viva Con Agua zu Gute.

6.) Natur unberührt lassen: Klar ärgert sich mancher über Gebühren für die Parkplätze und manchmal erscheint der Weg zu den Toiletten sehr weit und lästig. Trotzdem gilt, die Natur ist weder ein Parkplatz noch eine Toilette und kein Müllhalde oder Feuerstelle. Natürlich gehört Grillen zum Festivalsommer. Auf dem Campingplatz gilt: Nur auf den vorgesehenen Flächen grillen und danach den Müll immer wieder einpacken. Die Grillkohle darf dabei in keinem Fall auf Grasflächen geschüttet werden, es besteht Brandgefahr. Absolut tabu ist ein Lagerfeuer.

7.) Vorbild darf man sein: Wer sich an die Umweltregeln hält, ist ein Vorbild für seine Nachbarn. Sind diese bei der Umsetzung eher nachlässig, kann man sie auch mal drauf hinweisen. Das hat nichts mit Besserwisserei zu tun. Manche Leute machen sich einfach zu wenig Gedanken um Nachhaltigkeit und sind sogar glücklich über gute Tipps.

Habt ihr noch mehr Tipps für einen nachhaltigen Festivalbesuch?