Living

Aktion gegen Plastikmüll: Plastikpiraten wieder auf Flüssen und Bächen unterwegs

Bereits um dritten Mal untersuchen Kinder und Jugendliche als „Plastikpiraten“ die Folgen der Plastikmüllverschmutzung für heimische Flüsse und Bäche. Das Projekt schließt nicht nur Wissenslücken, es sensibilisiert auch junge Menschen für ein wichtiges Problem.

Vom 1. Mai bis zum 30. Juni gehen die Plastikpiraten wieder auf wissenschaftliche Expedition und untersuchen die Vermüllung deutscher Flüsse und Bäche. „Mit den Plastikpiraten gelingt es, eine Vielzahl Jugendlicher für das Plastikmüllproblem zu sensibilisieren – und sie für die Wissenschaft zu interessieren. Sie erheben Daten zum Zustand unserer Flüsse und leisten so bereits zu Schulzeiten einen wichtigen Beitrag für die Forschung. Damit erleben sie, wie die Forschung arbeitet“, sagte die neue Bundesforschungsministerin Anja Karliczek anlässlich des Starts der Plastikpiraten.

Müll findet sich in allen Gewässern

Das Projekt wurde anlässlich des Wissenschaftsjahrs 2016/17 zu Meeren und Ozeanen ins Leben gerufen und geht nun schon in die dritte Runde. Rund 350 Schulklassen und Jugendgruppen beteiligten sich bisher an der Suche nach Plastikmüll in Flüssen und Bächen. Das erschreckende Ergebnis: An fast allen untersuchten Gewässern wurde Müll gefunden, im Durchschnitt 0,66 Müllteile pro Quadratmeter Flussufer. Elbe und Rhein sowie ihre Zuflüsse liegen mit rund 0,80 und 0,75 Müllteilen pro Quadratmeter deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Auch alte Fahrräder und Fernseher wurden von den Jugendlichen aus den Flüssen gezogen. Eine alte „Capri-Sonne“ ließ sich mithilfe des Haltbarkeitsdatums ungefähr datieren: Seit fast 20 Jahren war die Verpackung schon unterwegs und damit älter als deren Finder.

 

So funktioniert die Arbeit

Mit feinmaschigen Netzen begeben sich die Jugendlichen auf die Jagd nach Mikroplastik. Der Müll wird am Ufer gesammelt und dokumentiert. Ihren Fund tragen die Kinder außerdem in eine digitale Deutschlandkarte ein. Dort können sich auch ihre lokalen Flüsse mit anderen Regionen vergleichen. Alle Ergebnisse des Citizen-Science-Projektes werden von der Kieler Forschungswerkstatt ausgewertet und fließen in eine wissenschaftliche Studie ein. Dort wird zum Beispiel analysiert, wie sich die Belastung von der Quelle bis zur Mündung eines Flusses entwickelt und welche Flussabschnitte besonders stark verschmutzt sind.

Mehr Infos zu der Aktion und die Ergebnisse aus den letzten Jahren gibt es hier: bmbf-plastik.de/plastikpiraten/

Foto: Fotolia/Urheber: Africa Studio