Family

Buchtipp: Green Parenting von Kate Blincoe

Mit Kindern ein umweltbewusstes Leben führen, dabei Spaß mit der ganze Familie haben und der Natur Gutes tun. Eine lesenswerte Anleitung dazu liefert Kate Blincoe in ihrem Buch „Green Parenting -Wie man Kinder großzieht, die Welt rettet und dabei nicht verrückt wird“. Als werdende Eltern haben wir das Buch mit großer Freude gelesen. 

Wir werden Eltern, genau genommen sind wir es ja schon. Nur bis zur Geburt werden wohl noch vier-fünf Wochen vergehen. Höchste Zeit also sich zu fragen, was für Eltern wir eigentlich sein wollen. Die Besten der Welt? Natürlich. Vielleicht noch tiefenentspannt? Ja. Cool, dazu noch bisschen öko? Gerne! Wir haben gemeinsam einige Bücher übers Elternwerden und -sein gelesen – mal aus Sicht einer Mama, mal nur für Papas, auch Ratgeber von Medizinern und Pädagogen. Nun ist noch ein neuer Ratgeber dazu gekommen: „Green Parenting. Wie man Kinder großzieht, die Welt rettet und dabei nicht verrückt wird.“ Die Autorin Kate Blincoe ist Umweltpädagogin, Journalistin und Mutter zweier Kinder.

Mit ihrem Buch will sie Eltern dazu motivieren, ein bisschen mehr „Grün“ ins Familienleben zu bringen. Wem sich bei dieser Ankündigung die Nackenhaare aufstellen, kann beruhigt sein. Schon im Vorwort gesteht die Autorin, dass sie immer noch den Fernseher benutzt, nicht alle Pullover selbststrickt oder nur regionale Produkte kauft. Ein großer Sympathie-Punkt: Nichts wirkt auf mich persönlich abschreckender als eine dogmatische Öko-Moral-Keule (die eigene Ökokindheit lässt grüßen). Das Buch bietet in seinen acht Kapitel kleine und einfache Anleitungen für Erlebnisse in der Natur und etwas mehr Nachhaltigkeit im Alltag. Für die Mutter zweier Kinder »geht es geht nicht darum, perfekt zu sein; es geht darum, Dinge auszuprobieren und zu spüren, wie gut es tut, die Welt ein klein bisschen besser zu machen«

Danke für die Erinnerung

Die grünen Tipps sind nett verpackt und gut lesbar, allerdings nicht sonderlich revolutionär. Licht ausschalten, den Wasserkocher regelmäßig entkalken oder Restwärme am Herd nutzen. Plastikspielzeug ist nicht sonderlich gut für die Umwelt. Viele Dinge für den Nachwuchs kann man Second-Hand kaufen oder aus einfachen Dingen selbst bauen. Eine Klapperrassel für Babys entsteht aus einer Wasserflaschen und Knöpfen oder getrockneten Bohnen, sogar Knete kann man leicht selber machen. Auch Ratschläge wie wenn möglich die ersten sechs Monate zu stillen, saisones Gemüse und guten Fisch zu essen oder im Ökosupermarkt einzukaufen, sind eigentlich bekannt. Eine Gemüsekiste haben wir schon, nur auf den Markt gehen wir eigentlich viel zu selten. Danke an dieser Stelle für die Erinnerung.

Besonders interessant wird das Buch, wenn es darum geht, diese Erfahrungen mit den Kindern zu teilen. Blincoe regt an Knetmasse selbst zu machen oder mit dem Nachwuchs auf den Bauernhof zu fahren, damit sie den Ursprungsort der Nahrungsmittel kennenlernen. Besonders gefallen hat uns auch das Kapitel „Kleine grüne Daumen“. Dabei geht um die Möglichkeit mit Kindern zusammen die Natur im eigenen Garten zu erleben. Spielend lernen sie etwas über Bienen, Igel oder Vögel und schauen den Pflanzen beim Wachsen zu. Passend dazu schreibt die Autorin: „Für unsere Kinder gibt es keine bessere Schule als die der Natur.“

Unser Fazit: „Green Parenting. Wie man Kinder großzieht, die Welt rettet und dabei nicht verrückt wird“ ist ein ziemlich gelungener Ratgeber für ein etwas grüneres Familienleben. Das Buch ist locker geschrieben und liest sich gut, ohne dabei Druck auszuüben – weder auf die Leser selbst und andere Eltern, noch auf die Kinder. Viele der Ratschläge lassen sich schnell und ohne große Entbehrungen ausprobieren. Andere gehen uns einfach zu weit oder sind nicht unser Fall.

Green Parenting: Wie man Kinder groß zieht, die Welt rettet und dabei nicht verrückt wird von Kate Blincoe (2016), oekom verlag, Preis: 19,95 Euro. ISBN: 978-3865817785