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Fairwindel: Eine fast kompostierbare Einwegwindel aus Kartoffelstärke

Die Fairwindel ist eine klasse Idee. Dominic und Kathrin Franck haben die kompostierbare und erdölfreie Wegwerf-Windel entwickelt und wollen damit nun Pampers und Co nachhaltige Konkurrenz machen. Ob die Fairwindel hält, was sie verspricht, durften wir für euch testen.
Ein „Geständnis“ am Anfang: Wir sind klassische Pampers-Eltern. Die Traditionsmarke hat unserer Kleiner schon im Krankenhaus gut vertragen und wir sind dabei geblieben. Die Pakete gibt es überall und mit jedem Kauf wird etwas Geld an das Kinderhilfswerk UNICEF gespendet. Natürlich beneiden wir manchmal konsequente Öko-Eltern, die mutig auf Stoffwindeln setzen. Immerhin sorgt der gepflegte Stuhlgang unseres Sohnemanns für ordentlich Müll. Ein Baby füllt im Schnitt zwischen 4.000 und 6.000 Windeln, bis es gelernt hat, die Toilette zu benutzen. Das entspricht etwa einer Tonne Müll. In kinderreichen Gemeinden macht der Windelmüll so knapp zehn Prozent des Restmülls aus.

Die Fairwindel setzt auf Kartoffelstärke statt auf Erdöl

Umso erfreuter waren wir, als wir im Netz die „Fairwindel“ entdeckten. Das Versprechen der Gründern Dominic und Kathrin Franck ist nicht weniger als eine fast komplett kompostierbare und nachhaltige Einwegwindel. Sie besteht aus nachwachsenden Rohstoffen. Auf erdölbasierte Superabsorder, die sonst bei Pampers und Co für einen trockenen Popo sorgen, wird vollständig verzichtet. Auch Parfüme und andere Komponenten wie Vlieseinlagen oder bunten Aufdruck sucht man vergeblich. Stattdessen setzen die Fairwindel-Macher auf die Saugkraft von modifizierter Kartoffelstärke. Ein weiterer Unterschied: Die Saugkraft Fairwindel orientiert sich an der typischen Urinmenge von Kindern. Die Gründer sind überzeugt, dass bei vier- bis fünfmaligem Windelnwechseln eine hohe Saugleistung von 1.000 ml pro Windel nicht nötig ist. Dadurch wird Saugmaterial eingespart, das sonst nur ungenutzt in der Tonne landen würde. Produziert wird die Windel übrigens in Deutschland und in der Schweiz.

 

 

Die Fairwindel ist eine gute Pampers-Alternative

Von der Qualität dieser Idee konnten wir uns dank eines kleinen Testpakets überzeugen. Unser Eindruck: Die Fairwindel ist eine wirkliche Alternative zur Pampers. Sie lässt sich super bequem anlegen und reizt die zarte Babyhaut nicht. Auch ihr Geruch ist sehr angenehm neutral. Selbst in vollem Zustand riecht es kaum. Leider gibt es auch „Abzüge“. Sie darf bisher nicht in die Biotonne geworfen, sondern muss auf dem eigenen Kompost gebracht werden. Bei schon einem Baby mit gesunder Verdauung wäre der Komposthaufen innerhalb weniger Tage riesig. Also bleibt der Restmüll die einzige Alternative. Auch der Preis dürfte viele abschrecken. Ein Paket mit 35 Windel kostet im eigenen Onlineshop rund 20 Euro. Zum Vergleich: bei Pampers sind es etwa fünf Euro, bei billigen Eigenmarken von dm oder budni sogar noch weniger. Trotzdem wollen wir die Fairwindel nun mit in unser Windel-Sortiment aufnehmen und eifrig benutzen.

 

 

Im Web: fairwindel.de

Bildquellen: PR Fairwindel