Fashion

Feuerwear: Upcycling aus dem Einsatz

Welcher kleine Junge träumt nicht davon, einmal Feuerwehrmann zu werden. Auch wenn dieser Berufswunsch nach der Grundschule schnell verflog, blieb bei mir doch eine gewisse Faszination. Vielleicht erklärt das auch meine Begeisterung für die Upcycling-Produkte von Feuerwear. Die bestehen nämlich aus alten Feuerwehrschläuchen. 

Alte Feuerwehrschläuche sind auf den ersten Blick ein ziemlich ungewöhnliches Material für Taschen, Rücksäcke oder Geldbörsen. Doch tatsächlich ist ein ausgedienter Schlauch ziemlich robust, extrem hitzebeständig und reißfest und damit perfekt für das Upcycling geeignet. 2005 stößt Martin Klüsener auf das ungewöhnliche Material. Zuvor hatte der studierte Bekleidungstechniker schon mit Segeln experimentiert. Für Taschen ist diese Idee aber zu unpraktisch, die Segel muss er einzeln kaufen. Heute ist das anders: Feuerwehren aus ganz Deutschland kommen auf das Kölner Familienunternehmen zu. Sie geben die alten Schläuche gern ab, schließlich ist es für sie nur Müll.

 

 

Jeder Schlauch hat seine eigene Geschichte

Sobald die Schläuche in der Zentrale ankommen, werden sie nach der Größe sortiert, zugeschnitten und gewaschen. Das Label arbeitet für die Weiterverarbeitung mit Nähereien in Polen und Serbien zusammen. Das verkürzt die Transportwege und sichert gute Arbeitsbedingungen. Die nachhaltige Idee und faire Produktion sind dabei keineswegs die einzigen Verkaufsargumente. Auch ein schickes Design ist Klüsener wichtig. Dabei hilft ihm auch das Material selbst.

Jeder Schlauch ist anders: Manche stammen aus den 60er Jahren und waren Jahrzehnte lang bei der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz, andere sind kaum vier Jahre alt und stammen aus dem Arsenal von Berufswehren. Nur die Farben sind gleich: Rot oder Weiß außen, Schwarz innen. Zu dem individuelle Look kommt die eigene Geschichte, jeder kleine Riss, jede abgewetzte Stelle erzählt von Einsätzen und Heldentaten. Diese Vergangenheit wird in den Taschen, Handyhüllen und Kulturbeutel mit modernen Design kombiniert. Allerdings hat die Individualität auch ihren Preis. Die großen Taschen und Rücksäcke kosten rund 180 Euro, Portemonnaies gibt es ab 50 Euro.

 

 

Nicht nur individuell und cool, sondern auch nachhaltig

Natürlich sehen die Taschen nicht nur gut aus, sondern sind auch noch nachhaltig. Der TÜV Rheinland hat eine Ökobilanz für Feuerwear erstellt. Das Ergebnis: Das Upcycling von Feuerwehrschlauch und PVC-Plane leisten ein Beitrag zur Entlastung der Umwelt. Immer würden die Schläuche sonst einfach weggeworfen, bei Feuerwear wird der eigentliche Müll neuverarbeitet.

Feuerwear legt großen Wert darauf, in allen Bereichen so nachhaltig wie möglich zu agieren. So werden die CO2-Emissionen, die durch Transport und Versand der Ware entstehen, über Klimaprojekte ausgeglichen, Ökostrom von Greenpeace Energy verwendet und zur Reinigung der Schläuche ein umweltverträgliches Waschmittel aus nachwachsenden Rohstoffen eingesetzt. Alle Produkte werden außerdem in Europa herstellt. In der gesamten Produktion – vom Waschvorgang bis zur letzten Naht – werden stets tier- und tierversuchsfreie Mittel verwendet.

Im Web: www.feuerwear.de

Bildquelle: (c) PR Feuerwear