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Gastbeitrag von Franziska von der BIOJOB-Börse über das Arbeiten in der Bio-Branche

Wie arbeitet es sich eigentlich in der Biobranche? Zu dieser Frage habe ich mir bisher nur wenig Gedanken gemacht. Umso mehr freue ich mich über den Gastbeitrag von Franziska über die Biobranche und die Jobaussichten dort. Sie arbeitet bei Kugler & Rosenberger, einer Unternehmensberatung für den Biomarkt (also eine von den Guten). 

Darf ich mich vorstellen? Ich heiße Franziska und arbeite seit 2014 bei Kugler & Rosenberger, einer Unternehmensberatung für den Biomarkt. Vorher war ich einige Jahre bei einem großen Sportartikelhersteller beschäftigt und habe dort nachhaltiges Arbeiten und einen nachhaltigen Umgang mit den Menschen vermisst. Aus diesen Gründen wechselte ich 2014 in die „Biobranche“. Bei Kugler & Rosenberger unterstützen wir Bio-Höfe, Händler, Dienstleister und Verarbeiter von ökologischen Lebensmitteln und nachhaltigen Produkten. Die Biojob-Börse riefen wir 2013 ins Leben, weil wir uns eine echte Fachbörse für Stellen aus der Bio-Branche fehlte. Wir wollten eine Plattform gründen, um immer mehr Menschen zu erreichen, für die „Bio“ nicht nur Beruf, sondern auch Berufung ist. Menschen, die die Branche durch ihr Fachwissen und ihre Begeisterung unterstützen, sind das zentrale Element, um erfolgreich arbeiten zu können – und dazu möchten wir im Rahmen unserer täglichen Arbeit einen Beitrag leisten.

Gerne wollen wir heute vorstellen, welche Berufsbilder von unseren Kunden und Partnern gerade häufig gesucht werden.

Entwicklung des Bio-Markts

In 2016 entschieden sich jeden Tag etwa fünf Landwirte dafür, auf Bio umzustellen. Jedes 10. Ei in Deutschland wurde von einem Bio-Huhn gelegt. In Deutschland wirtschaften fast 40.000 Unternehmen nach dem gesetzlichen Bio-Standard. Die hohe Bio-Qualität entlohnen immer mehr Kunden an der Ladenkasse.

Fazit: Der Bio-Markt wächst stark und stetig. (Umsatz-Steigerung 2016: 9,9 %.)

Und mit ihm wachsen auch die Einsatzmöglichkeiten und der Bedarf an motivierten und qualifizierten MitarbeiterInnen.

Veraltet ist allerdings der Gedanke, dass Bio gleichzeitig Landwirtschaft und Tierhaltung bedeutet. Das beweisen auch die Start-Ups der Branche: die Bandbreite reicht von Käseersatzstoffen bis hin zu fertigen Mahlzeiten und Einkaufservices.

Was wird gesucht?

Vor allem bei Bio-Lieferservicebetrieben werden tatkräftige „Anpacker“ gesucht. Oft zu besetzende Stellen sind:

  • Auslieferungsfahre/in
  • Kommissionierer/in
  • Verkäufer/in bzw. Einzelhandelskaufmann/-frau
  • Landwirt/in
  • Gärtner/in

Aber auch viele kaufmännische MitarbeiterInnen und Führungskräfte werden gesucht:

  • Bürokaufmann/-frau
  • Marketingfachmann/-frau
  • Vertriebsmitarbeiter/in
  • Geschäftsführer/in

Außer der Erfahrung und den Qualifikationen liegen den Arbeitgebern besonders die Leidenschaft und Liebe für die Bio- bzw. nachhaltige Branche am Herzen. Sie wünschen sich motivierte MitarbeiterInnen, die ihre Werte mittragen können und sich mit dem Unternehmen identifizieren.

Gibt es Bildungsangebote für die Bio-Branche?

Der Bio-Boom hat mittlerweile auch Auswirkungen auf das Ausbildungs- und Studienangebot. Nicht nur die Ausbildung zum Bio-Landwirt ist damit gemeint. Einzelhandelskaufleute können sich bereits auf die Bio-Supermärkte spezialisieren, aber auch andere Fachbereiche zielen bereits auf die Ökologie und Nachhaltigkeit ab. Eine Ausbildung zum HandelsfachwirtIn im Bereich Recovery befähigt die Absolventen, Arbeitsprozesse mit dem Nachhaltigkeitsgedanken zu organisieren und zu überwachen. Technische Assistenten (m/w) für regenerative Energietechnik und Energiemanagement unterstützten Ingenieure bei Entwicklungen rund um erneuerbare Energiequellen.

Auch Universitäten bieten ein wachsendes Angebot an ökologisch und nachhaltigen Studiengängen. Auf den Ökologischen Landbau zugeschnittene Studiengänge gibt es genauso an der Universität Weihenstephan-Triesdorf im Süden wie an derHochschule in Eberswalde im Norden. Die Tätigkeitsfelder für die Akademiker sind vielseitig. Von der Landwirtschaft, über den Handel bis hin zu den Verbänden und politischen Interessensvertretungen werden junge, engagierte Hochschulabsolventen gesucht.

Auch für Berufseinsteiger gibt es diverse Angebote. Neben Seminaren und Schulungen gibt es auch spezielle Traineeprogramme, zum Beispiel von der SÖL und BÖLN. Die Traineezeit beträgt in der Regel zwölf Monate und soll den Teilnehmern Praxiswissen vermitteln. Durch den ausgearbeiteten Zeitplan und Kooperationen können die Berufseinsteiger in die verschiedensten Bereiche schnuppern und bereits erste Projekte übernehmen. Das Angebot wird immer mehr genutzt und ist erfolgsversprechend.

Kurz gesagt, es ist für jeden etwas dabei!

Was macht die Arbeit in der Branche aus?

Bio-Betriebe sind wie andere Unternehmen auch. Sie haben einen Chef/in und sie wollen Leistung sehen. Und doch sind die Unterschiede deutlich erkennbar.

Der Anbau ohne Pestizide und Kunstdünger schont die Umwelt, die Tiere werden artgerecht gehalten, die Produkte schmecken auch ohne Zusatzstoffe. Kurz: „Bio“ macht die Welt besser. Und genau danach suchen BewerberInnen: nach dem Sinn in ihrer Arbeit. Und der spiegelt sich in allen Unternehmensphilosophien wider.

Viele Bio-Betriebe sind zudem offen für Quereinsteiger/in – denn den Arbeitgebern ist nicht selten die Bio-Affinität wichtiger als die einschlägige Berufserfahrung. Dies bedeutet aber auch, dass die Einarbeitung genau geplant und abgesprochen wird. Es wird besonderen Wert auf Einsatzbereitschaft und Engagement gelegt.

Etwas Besonderes in dieser Branche sind die zwischenmenschlichen Beziehungen in vielen Unternehmen. Bio-Betriebe haben meist relativ flache Hierarchien, nicht zuletzt da es sich oft noch um mittelständische oder kleine Betriebe handelt.

Wie also einen Bio-Beruf finden?

Es gibt einige Stellenportale, die meist einen ganz bestimmten Bereich abdecken. So auch unsere Biojob Börse. Auf unserer Jobplattform findet man Ausschreibungen aus den verschiedensten Berufsfelder – was sie verbindet ist die Zugehörigkeit zur Bio-Branche.

Unsere Kunden sind landwirtschaftliche Betriebe, Lieferdienste, Handelsunternehmen, Start- Ups, soziale Einrichtungen und viele mehr. Bewerber können direkt mit den Unternehmen Kontakt aufnehmen und sich bewerben.

Falls nichts passendes dabei ist, haben alle die Möglichkeit, sich bei uns im „Talent Pool“ registrieren zu lassen. „Unsere Talente“ werden berücksichtigt sobald unsere Kunde einen Bedarf äußern und über uns als Personalberatung Personal suchen. Wir stellen den Kontakt her und bieten somit einen Bewerber orientierten Service. Das alles ist für unsere Bewerber kostenlos.

Im Web: biojob-boerse.de

Bilder: Fotolia/Urbheber: Robert Kneschke