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GemüseAckerdemie: Für eine Generation, die weiß, was sie isst

Die „Gemüseackerdemie“ will Kindern und Jugendlichen mehr Wissen über Lebensmittel und gesunde Ernährung vermitteln. Dafür lernen sie auf dem Schulacker alles über den Gemüseanbau.

Kinder sollten schon früh erfahren, wo unsere Lebensmittel herkommen und wie diese angebaut werden. Gibt es einen bessere Ort für diese Erfahrungen als der eigene Garten oder ein kleiner Acker? Nein! Aus diesem Grund schuf der promovierte Landwirt Christoph Schmitz das Bildungsprogramm „GemüseAckerdemie„. Die Idee: Im Schul- oder Kitagarten bauen die Kinder und Jugendlichen ihr eigenes Gemüse an. Unterstützt durch Lehrer und ehrenamtliche Mentoren bekommen sie so landwirtschaftliches Basiswissen vermittelt, entwickeln ein Verständnis für gesunde Ernährung und lernen, wie Naturzusammenhänge wirken. Die praktischen Erfahrungen auf dem Acker werden durch Unterrichtsmaterialien begleitet.
So funktioniert das Konzept der GemüseAckerdemie?

 

Gemeinsam mit den Schulen oder Kindergärten sucht die Bildungsinitiative nach einem geeigneten Feld, nimmt sogar Bodenproben und liefert das Saatgut. Auch Fortbildungen für die Lehrer und passendes Bildungsmaterial für die Schüler werden gestellt. Während der AckerZeit zwischen April und Oktober bekommen die Schulen oder Kitas außerdem wöchentliche Hinweise auf anfallende Aufgaben und die pädagogische Umsetzung. Außerdem gibt es festen Ansprechpartner für die kleinen Gärtner und Lehrer – die Aufgabe übernehmen ehrenamtliche Mentoren, meistens Studenten, Rentner oder Eltern.

Um den Anbau kümmern sich die Kinder und Jugendlichen selbst, unter Anleitung bauen sie während eines AckerJahres eigenständig mehr als 25 Gemüsearten an und gewinnen so ein Verständnis für die Herkunft von Lebensmitteln. Die Ernte wird im Anschluss entweder in der Schulküche verwertet oder weiterverkauft. So erleben die kleinen Landwirte die vollständige Produktionskette des Gemüseanbaus und entwickeln eine Wertschätzung für Lebensmittel.

 

 

Die Idee zur GemüseAckerdemie stammt übrigens direkt vom Acker. Der Ausflug einer Schulklasse zum Thema Kartoffeln auf den Hof seiner Eltern brachte den promovierten Landwirt zum Nachdenken. „Ich habe mir die Frage gestellt: Wie sollen Kinder an nur einem Tag nachhaltig lernen, wie Landwirtschaft funktioniert?“, sagt Schmitz. Er wollte die Kinder immer wieder im Schul- oder Kita-Alltag auf den Acker bringen und gründete die Bildungsinitiative. Mit seinem Vorhaben lief er offene Türen ein. Das Interesse seitens der Schule und Kitas ist immens. Viele Bildungseinrichtungen sind schon seit vielen Jahren Partner der GemüseAckerdemie und es kommen immer mehr Lernorte dazu. Inzwischen gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt 218 Äcker, auf denen über 7.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 16 Jahren bundeln und pflanzen – Tendenz steigend.
Bilder-Copyright: MAZ_Gartenschläger für GemüseAckerdemie