Fashion

Glimpse: Humanitäre Mode

Die Macher von GLIMPSE nennen ihre Philosophie „Humanitäre Mode“. Eine ziemlich treffende Umschreibung. Immerhin geben sie Opfern von Zwangsprostitution eine neue Perspektive und zeigen so, dass auch Mode die Welt ein kleines bisschen besser machen kann. 

GLIMPSE ist kein normales, nachhaltiges Modelabel. Die Gründer Nathalie und Simon Schaller und Teresa Göppel-Ramsurn verwenden nicht nur Bio-Baumwolle und bezahlen ihre Lieferanten und Näherinnen fair. Sie machen „Humanitäre Mode“. Konkret bedeutet das: Zusammen mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort bieten sie aus der Zwangsprostitution befreiten Frauen in Indien eine neue Perspektive. In der eigenen Nähwerkstatt in Mumbai bekommen die oft schwer traumatisierten Frauen eine Näherinnen-Ausbildung mit fairem Lohn. Außerdem erhalten sie Unterricht in Englisch und Mathematik und werden psychologisch betreut. So will man den derzeit 14 Frauen ein selbstständiges Leben samt neuer Perspektiven ermöglichen. Wie gut das klappt, zeigt das Beispiel von zwei ehemaligen Arbeiterinnen, die gerade ihre Studium begonnen haben.

Vom Erfolg ihrer Idee überzeugen sich die Macher mehrmals pro Jahr selbst. Auf dem Blog „Glimpse in Indien“ bekommt man einen Eindruck über die Arbeit und die Besucher in Mumbai.

Wie es in der indischen Nähwerkstatt aussieht, zeigt auch dieses Video. 

Our indian unit – Unsere indische Nähwerkstatt from GLIMPSE Clothing on Vimeo.

Blumenprints zählen die Geschichten 

Von dem Leben und den Schicksal der Frauen erfahren auch die Käufer in Europa. Jede Näherin hat dafür einen eigenen Stempel mit indischen Blumenmotiven, den sie in jedes Kleidungsstück einnäht. Auf der Glimpse-Homepage kann man anhand des Blumenprints mehr über die Näherinnen erfahren.

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Wenn schon gut, dann auch richtig

Soziales Engagement allein reicht GLIMPSE nicht – auch bei der Auswahl der Stoffe und Arbeitsmaterialien arbeiten die Gründer mit GOTS- zertifiziert, ökologisch korrekten Firmen zusammen, die sie ausnahmslos persönlich besucht und ausgewählt haben. Auch modisch kann das Label punkten. Wir mögen die schlichten Schnitte und schönen Farben der sehr urbanen Kollektion. Das Wissen mit dem T-Shirt oder dem Kleid auch noch etwas Gutes getan zu haben, macht die Marke für uns doppelt unterstützens- und tragenswert.

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Großes Interesse an dem Konzept 

Das Engagement von GLIMPSE ist ein toller Beweis dafür, dass auch Mode die Welt ein wenig besser machen kann. Aber die Umsetzung dieser Idee ist auch teuer. Knapp 10.000 Euro kostet das Projekt derzeit – für Lehrer vor Ort, die Gehälter der Näherinnen, Sozialarbeiter und die Bio-Stoffe. Der Verkauf der eigenen Mode deckt diese Kosten noch nicht ganz, GLIMPSE ist bis heute auf Spenden angewiesen. Zweifel am Einsatz gibt es bei den Gründern trotzdem nicht. Nicht nur wirtschaftlich geht es immer besser. Für ihre Arbeit gab es auch bereits zahlreiche Auszeichnungen wie den „goldenes Bild der Frau“-Preis oder den Ellen-Amman-Preis. Auch immer mehr Hilfsorganisationen interessieren sich für das Konzept, weitere Projekte sind nicht ausgeschlossen. Schließlich ist Zwangsprostitution ein weltweites Problem von dem Millionen von oft minderjährigen Frauen betroffen sind.

Im Web: www.glimpse-clothing.com

Bilder: (c) PR Glimpse