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Was ist eigentlich Fairtrade?

Was steckt eigentlich hinter dem Begriff „Fairtrade“?

Was versteht man  unter Fairtrade?
Fairtrade ist eine Strategie zur Armutsbekämpfung. Vor über 20 Jahren wurde Fairtrade in den Niederlanden ins Leben gerufen und ist heute ein weltweites Netzwerk. Im Fokus der Organisation und des damit verbundenen Fairtrade-Siegels fuer fair gehandelte Produkte stehen benachteiligte Menschen im globalen Süden. Ziel ist es, die Interessen von Kleinbauern und Arbeitern zu foerdern und ihnen einen Zugang zu Märkten zu eröffnen.

Welche Kriterien stellt Fairtrade an die Produkte mit dem Fairtrade-Siegel?

Damit ein Produkt das Fairtrade-Siegel erhält müssen Produzenten, Händler und Hersteller die internationalen Fairtrade-Standards erfüllen, die sich in drei Säulen aufteilen, nämlich Soziales, Ökonomisches und Ökologisches. Darunter fallen Dinge wie Minimumpreise und die Zahlung der Fairtrade-Praemien, Arbeitsschutz, die Gewährleistung von  Gesundheitsschutz, Verbot von Kinderarbeit sowie das Verbot von gentechnisch veränderten Bestandteilen und von bestimmten Pflanzenschutzmitteln.

Wie breit ist die Produktpalette? 

Es sind mehr über 2000 Artikel registriert. Das fängt an bei Kaffee, geht über Blumen bis hin zu Schokolade oder Eis. Ein weiterer Bereich sind Textilien, wie zum Beispiel Handtücher, Wattepads oder Babykleidung aus Fairtrade-Baumwolle.

Wie geschützt ist eigentlich der Begriff „fair gehandelt“?

Der Begriff „Fair“ ist nicht geschützt und darum darf theoretisch jeder auf sein Produkt „fair gehandelt“ schreiben. Geschützt ist dagegen unser unabhängiges Siegel, das wirklich gewährleistet, dass die Produkte einen fairen Handelsweg gegangen sind.

Wie hoch ist der biologische Anteil unter Fairtradeprodukten?

Nein, nur knapp 50 Prozent der Fairtrade-Produkte sind biologisch angebaut. Aber es gibt auch Umweltkriterien in den Standards. Zu hohe Biostandards würden für kleinere und ärmere Betriebe den Einstieg ins das Fairtrade-System deutlich erschweren.

Welche Länder sind Vorreiter in Sachen Fairtrade?

Großbritannien und die Schweiz sind die großen Vorreiter in Europa, dort kennen beispielsweise 96 Prozent der Bevölkerung das Fairtrade Siegel. Zum Vergleich: bei uns sind es knapp 70 Prozent. Das wirkt sich dementsprechend auch positiv auf die Marktanteile und den Pro-Kopf-Umsatz aus. Außerdem ist nicht nur das Bewusstsein der Bevölkerung dort höher, sondern auch die Auswahl und die Bereite des Sortiments. In Großbritannien findet man inzwischen kaum mehr Kaffee ohne Fairtrade-Siegel.

Wie werden die Richtlinien überwacht?

Die Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT überprüft vor Ort, ob bei Produzenten und Händlern die Fairtrade-Standards eingehalten werden. Sie kontrolliert auch, ob die Produzenten den festgelegten Mindestpreis und die Fairtrade-Prämie ausgezahlt bekommen. Die extra ausgebildeten Inspekteure leben in den Ländern und Regionen und kennen sich deshalb mit den lokalen Kulturen, Sprachen und Gesetzen aus. Der Aufwand für die Kontrollen ist von der Größe der Betriebe und der Anzahl der unterschiedlichen Produkte abhängig, die zertifiziert werden müssen. Bei kleinen Organisationen bleiben die Inspekteure meist vier Tage vor Ort, bei den größten Kooperativen kann die Kontrolle auch sechs bis sieben Wochen dauern.