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I Sea Pasta: Nudel vom Meeresboden

Von den Algennudeln „I Sea Pasta“ waren wir schnell überzeugt. Sie sind vegan, nachhaltig und kalorienarm. Hergestellt werden sie aus wildem Seegras. Dafür braucht es weder große Ackerflächen noch Pestizide. Achja und lecker sind die Nudeln vom Meeresboden auch noch.

Der Seamore-Gründer Willem Sodderland entdeckte Algennudeln im Ibiza-Urlaub. Vergeblich suchte er in einem Meeresalgensalat die versprochenen Meeresgewächse. Bis er schließlich bemerkte, dass es sich bei den grünen Bandnudeln, die er für gewöhnliche italienische Teigwaren hielt, in Wirklichkeit um rein pflanzliche Meeresalgen handelte. Dieses kulinarische Erlebnis brachte ihn erst auf den Geschmack und dann auf die Geschäftsidee „Algen statt Nudeln“.

Tatsächlich spricht einiges für mehr Algen auf unseren Tellern. Seegras wächst in großen Mengen auf dem Meeresboden. Man muss es weder düngen noch mit giftigen Pestiziden behandeln. Auch Konkurrenz zu Anbauflächen für andere Lebensmittel gibt es nicht. Dazu kommt ihr hoher Nährwert. Die Nudel aus wilden Meeresalgen sind nicht nur vegan und glutenfrei, sondern auch reich an Antioxidantien, Omega 3 Fettsäuren, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien. 100 Gramm sind genug um bis zu fünf Menschen satt und glücklich zu machen. Das spart nicht nur Kalorien, sondern auch Kohlenhydrate.

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Die verwendeten Algen wachsen übrigens wild im irischen Connemara und werden von Hand und mit Hilfe lokaler Helfer nachhaltig geerntet, gewaschen und anschließend getrocknet und verpackt – alles nach ökologischen Richtlinien versteht sich. Von einer echten Alternative für die Ernährung der Welt ist die Idee von Seamore trotzdem noch weit entfernt.

Nach erfolgreichen Selbstversuchen und Experimenten mit der richtigen Mischung kamen die ersten „I Sea Pasta“-Nudeln 2015 auf den Markt. Zusätzlichen Anschub gab ein erfolgreiches Crowdfunding, bei dem Sodderland 20.000 Euro einsammeln. In den Niederlanden gibt es die Algen heute in vielen Supermärkten zu kaufen, auch im restlichen Europa wächst die Zahl der Fans. Auf der Lebensmittelmesse „Next Organic“ wurde Sodderlands Idee sogar mit dem Start-Up Adward 2016 in der Kategorie „Bester Hersteller“ ausgezeichnet. Aber jede Revolution hat bekanntlich mal klein angefangen.

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Der Geschmackstest: Man kann die Algen-Pasta einweichen oder kochen. Wer es sehr bissfest mag, sollte die Algen 15 Minuten im Wasser lassen. Für weichere Nudeln dürfen es auch gut 20-25 Minuten sein. Insgesamt sind die Nudel im Biss aber sehr schön. Etwas „unangenehm“ ist der fischige Geruch. Wir mussten nach dem Kochen die Küche ordentlich lüften. Zum Glück schmecken die Algen weit dezenter als sie riechen. Trotzdem ist der Geschmack der Meer auch auf dem Teller noch durchaus präsent. So sind die Algen-Nudeln deutlich würziger als Weizen-Nudeln. Deshalb passen sie am besten zu Gerichten mit starkem Geschmack – wie zum Beispiel aus der asiatischen Küchen. Aber auch mit einem hochwertigen Pesto, Lachs oder Garnelen schmecken sie lecker. Auch in Salaten sollen sich die Algen gut machen – ausprobiert haben wir das noch nicht. Der Hersteller empfiehlt, die Algen dafür etwa 45 Minuten in kaltem Wasser einzuweichen.

Eine Packung „I Sea Pasta“ (100 Gramm) kostet rund sechs Euro. Die 100 Gramm ergeben aber locker fünf gute Portionen Nudeln.

Habt ihr auch kulinarische Erfahrungen mit Algen? Wenn ja, teilt sie gerne mit uns!

Im Web: seamorefood.com

Fotos: Thomas Leininger (c) PR Seamore Food