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Kinderbuch: Herr FU und seine Kinder (Interview)

Kennt Ihr Herrn Fu? Er ist plötzlich Papa von fünf Vogelbabys und hat alle Flügel voll damit zu tun, sich um sie zu kümmern. Wir haben mit der Autorin und Verlagsgründerin Miriam Willer über ihre tolle Buchidee gesprochen.

 

Kannst du uns einmal Herrn FU vorstellen?

Der Vogel Herr FU wird plötzlich Papa, als er ein Nest mit fünf Eiern findet. Zwei der geschlüpften Vögel bettet er in einem im Baum baumelnden Schuh, da das Nest für fünf Küken zu klein wird. Kaum geht er auf Futtersuche für die hungrigen Babys, machen die fünf ihren ersten Ausflug in die weite Welt des Gartens. Dort treffen sie auf ein Mädchen, dem ein Schuh fehlt. Kein Problem … Herr FU findet eine Lösung.
Herr FU steht mit seinen einladenden Flügeln für einen beschützenden, aber irgendwie auch witzigen Papa. Vielleicht hatte er bisher keine Ahnung, was er mit den Eiern und den vielen Küken anfangen soll, aber er macht dann genau das Richtige und bietet optimalen Flügelschutz.

Wie entstand die Idee zu deinem ersten Kinderbuch?

Ich wollte ursprünglich eine Geschichte schreiben, die meine Tochter als Erstleserin allein lesen kann und die von der Lesen-durch-Schreiben-Methode absieht. Den Text hatte ich schnell fertig, ich zeichnete auch ein paar Bildentwürfe, kam damit aber nicht weiter. Danach lag alles in der Schublade und sie bekam es erst zu Gesicht, als sie schon längst Leserin war. Die Entwürfe zeigten bereits einen Vogel, der sich sehr bemüht, seine angenommenen Kinder zu umsorgen. Ich dachte, es wäre schön, wenn jemand das professionell zu Ende führt und gemeinsam mit dem Grafiker Gunnar Krieger entstand dann unser FU-Buch. Von den Zeichnungen und der Sprache her richten wir uns dann aber doch eher an dreijährige Kinder.
Gunnar ist übrigens selbst Vater (von drei Kindern) und wohnt im Wald. Es wundert mich nicht, dass er dem Fu diese besondere Papa-Aura verleihen konnte.

 

Im Hintergrund steht das spannende Thema „Alleinerziehende Papas“. Was hat dich bewogen, dieses ungewöhnliche Thema aufzugreifen?

Alleinerziehende Väter kenne ich gar nicht, aber allein mit Kind, das ist ein Thema, das ich sehr gut kenne. Ich glaube, ich bin mir als alleinerziehende Working-Mom guter Papa-bzw. guter Eltern-Qualitäten besonders bewusst. Ich findet es immer wieder auffällig, wie unterschiedlich Männer im Gegensatz zu Frauen mit Kindern umgehen, da muss ich einfach mal „gendern“. Beim FU gefällt mir aber gerade seine so überaus sorgende und „mütterliche“ Seite. Die rührt mich einfach.

 

Du hast für das Buch auch einen eigenen Kinderbuchverlag namens „Lotte und Leise“ gegründet. Hast du noch weitere Bücher in Planung?

Unser Herbstbuch ist schon in Arbeit und liegt bei der Illustratorin. Es wäre schön, jedes Jahr zwei, drei Bücher zu veröffentlichen. Der Aufwand ist tatsächlich, vor allem für den Vertrieb, erheblich. Ich bin gespannt, ob wir uns auch auf diesem Gebiet im Markt bemerkbar machen können. Wenn ja, dann sollte dem stetigen Wachstum meines kleinen Verlags (vorwiegend mit nachhaltiger und ökologischer Produktion) nichts im Weg stehen.

 

Die „Edition lotte und leise“ aus Hamburg ist ein Nachwuchsverlag, der auf Recycling, hochwertiges Papier und nachhaltige Herstellung setzen will. Mit „Herr Fu findet den Schuh“ veröffentlicht er das erste Buch, ab Ende Mai im Handel erhältlich. 

Herr Fu findet den Schuh, Text: Miriam Willer, Illustrationen: Gunnar Krieger, 16 Seiten, ISBN 978-3-9818746-0-0, 3,99 €. www.edition-lotte-und-leise.com.