Beauty

Konsum ist Macht – Ein Kommentar zur Haarpflegeserie von Yarok

Was meine Haarpflege mit dem amerikanischen Präsidenten zu tun hat, warum ich mich über die Naturkosmetikmarke Yarok ärgere und man mit seinem Kaufverhalten ein Zeichen setzen sollte, lest ihr in unserem neusten Artikel.Auf den ersten Blick hat Naturkosmetik nichts mit Weltpolitik zu tun. Jedoch sollte man sich bei jedem Kauf, den man macht, eins klar machen: Mit dem Kauf eines Produktes, erklärt man sich mit der Philosophie der Marke, die hinter dem Produkt steht, einverstanden, ja fördert sie sogar. Das ist der Grund, warum ich Naturkosmetik kaufe. Ich möchte Unternehmen unterstützen, die unter fairen Arbeitsbedingungen produzieren und dabei die Umwelt respektieren

Zu diesen Marken gehörte für mich auch lange die Haarpflegeserie Yarok, was auf hebräisch so viel wie „grün“ bedeutet. Die von dem israelischen Stylisten Mordechai Alvow gegründete Marke setzt zum Großteil auf zertifizierte natürliche Inhaltsstoffe, die nachhaltig angebaut und erwirtschaftet worden sind. Die Produkte sind vegan und enthalten keinen Alkohol, Parabene und Sulfate. Zudem spendet die Firma Teile ihrer Einnahmen an eine Non-Profit Organisation, die den Regenwald schützt. Und damit nicht genug, auch die Etiketten auf den Produkten sind nicht aus Papier, sondern aus Mais gefertigt.

Dies ist trotzdem kein Artikel, in dem ich über die Produkte von Yarok schreibe. Obwohl Inhaltsstoffe, Herstellung und Leistung überzeugen. Jedoch arbeitet der Gründer von Yarok mit Melania Trump, der Ehefrau des 45. Präsidenten der USA, zusammen. Stolz postete Mordechai Alvow Bilder des Stylings von Melania Trump bei der Amtseinführung ihres Mannes und verwies auf seine Produktlinie Yarok. Ein paar Tage später tauchte auf seiner Seite ein Posting auf, dass auf die positiven Eigenschaften seiner Produkte verwies und er keinen Raum für politische Diskussionen bieten wolle, sondern lediglich die Schönheit jeder Frau – egal mit welchem Hintergrund – betonen wolle.

Dies ist alles in allem eine lobenswerte Mission, jedoch passt es aus meiner Sicht nicht mit den von Trump geäusserten Wertvorstellungen zusammen. Ein Präsident, der Frauen als Objekt stilisiert, den Klimawandel verleugnet und Minderheiten degradiert, den darf man in gar keinem Fall unterstützen. Dies gilt auch für die Personen in seinem politischen Umfeld, und das ist eben auch seine Ehefrau. Alvow hätte hier ein klares Statement setzen können, indem er seine Zusammenarbeit mit Melania Trump beendet und für die Werte seiner Marke einsteht. Dies haben übrigens viele Designer namhafter Modehäuser getan, indem sie sich weigern die First Lady einzukleiden.

Eine Marke, deren Gründer die Publicity für sein Produkt über die Werte setzt, kann ich nicht unterstützen. Daher werde ich keine Review zu den Produkten der Linie Yarok verfasssen und diese nicht mehr kaufen. Viele mögen jetzt denken: Das macht einem Starstylisten aus Amerika nichts aus, wenn eine Person aus Deutschland seine Produkte nicht mehr kauft. Vielleicht ist das so. Aber manchmal können viele kleine Taten eben auch etwas Großes bewirken.