Family

Lego bringt die ersten nachhaltigen Steine auf den Markt

Bis 2030 will Lego alle seine Steine als aus nachhaltigen Rohstoffen herstellen. Die „botanischen“ Elemente wie Blätter, Büsche und Bäume werden allerdings schon in diesem Jahr aus pflanzlichem Kunststoff gefertigt. 

Lego, immerhin der größte Spielzeughersteller der Welt, will seine Steine und Figuren mittelfristig nur noch aus nachhaltigen Rohstoffen herstellen. Die ersten „Öko“-Steine sind bereits in Produktion. Sie bestehen aus einem weichen, langlebigen und flexiblen Kunststoff auf Zuckerrohrbasis. Technisch ist das pflanzliche Polyethylen identisch mit konventionellem Kunststoff.

„Wir arbeiten hart daran, großartige Spielprodukte für Kinder aus nachhaltigen Materialien herzustellen. Wir sind stolz darauf, dass die ersten LEGO Elemente aus nachhaltig hergestellten Kunststoffen in die Produktion gehen und schon in diesem Jahr Einzug in LEGO Packungen halten werden“, sagte Tim Brooks, Vice President für Environmental Responsibility in der LEGO Gruppe. Dies sei ein großer erster Schritt in dem ehrgeizigen Vorhaben, alle LEGO Steine aus nachhaltigen Materialien zu produzieren.

Bis 2030 sollen alle Materialien nachhaltig sein

Bereits 2015 hatte Lego angekündigt, seine Steine und Figuren mittelfristig aus nachhaltigen Rohstoffen herstellen zu wollen. Dafür wurde extra ein „Sustainable Materials Centre“ zu gründen. 100 Spezialisten arbeiten hier an der Entwicklung von umweltfreundlichen Plastikalternativen für Steine, Figuren und Verpackungen. Dafür stellt das Unternehmen 134 Millionen Euro zu Verfügung. Das Ziel: Bis 2030 soll der Umstieg auf nachhaltigere Materialien gelingen. Außerdem will Lego weiter Verpackungen einsparen und den CO2-Verbrauch deutlich reduzieren.

Die typische Lego-Optik und Qualität soll durch diese Pläne nicht „leiden“, wie Brooks betont. „Kinder und Eltern werden keinen Unterschied in der Qualität oder dem Aussehen der neuen Elemente bemerken, weil pflanzliches Polyethylen die gleichen Eigenschaften wie konventionelles Polyethylen hat“, sagt er. Außerdem darüberhinaus soll das Zuckerrohr auch nachhaltig erzeugt und verantwortungsvoll gewonnen werden. Dafür arbeitet die LEGO Gruppe mit dem World Wildlife Fund for Nature (WWF) zusammen. Dabei ist sie Teil der Bioplastic Feedstock Alliance (BFA), einer Initiative des WWF, um die nachhaltige Beschaffung von Rohstoffen für die Biokunststoffindustrie zu sichern.

Ein wichtiger Schritt weg vom Erdöl

Ein wichtiger Schritt: Immerhin verarbeitete Lego jährlich rund 77.000 Tonnen Öl, um 60 Milliarden Bausteine herzustellen. Die bei der Plastikproduktion entstehenden Abfälle stehen außerdem im Verdacht krebserregend zu sein und das Grundwasser massiv zu schädigen. Kritik an der Unternehmenspolitik von Lego gab es in den letzten Jahren auch für die Kooperation mit dem Ölkonzern Shell. Lego druckte mehr als 50 Jahre lang deren Lego auf Figuren und Shell nutzte die Steine für ihr Marketing. Erst nach einer massiven Kampagnen von Greenpeace erklärte Lego die Kooperation für beendet. Ab 2016 wird es keine weiteren Shell-Logos bei Lego geben. Sicher hat das dänische Unternehmen noch einen langen Weg zu mehr Nachhaltigkeit vor sich. Aber die Signale weisen schon in die richtige Richtung.

 

 

Bildquelle: obs/LEGO GmbH/Maria Tuxen Hedegaard“