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Librileo gemeinnützig fördert das Lesen

Das Berliner Social Startup Librileo gemeinnützig möchte Kindern aus sozial benachhaltigten Familien Lust aufs Lesen machen. Dafür veranstalten sie Lesestunden, zeigen Eltern den Umgang mit Büchern und verschenken (Kinder-)Bücherboxen. Eine tolle Idee, wie wir finden.

Wer nicht richtig lesen kann, hat schlechte Chancen in unserer Gesellschaft. Denn Lesen ist, genau wie Schreiben, ein wichtiger Schlüssel für die Bildung. Umso beunruhigender sind folgende Zahlen: In Deutschland haben knapp 15 Prozent aller 15-Jährigen große Probleme beim Lesen und Schreiben. Dazu kommt eine hohe Zahl von Nichtlesern – elf Prozent der Mädchen und 22 Prozent der Jungen lesen gar keine Bücher. Ihnen fehlt oft die frühkindliche Prägung. In nur 25 Prozent der Familien wird den kleinen Kindern täglich vorgelesen – gerade in „bildungsferne“ Haushalten sind Bücher leider eher die Ausnahme. Daran will die Initiative Librileo gemeinnützig etwas ändern.

Bücher über das Streiten, Zähne putzen und aufs Töpfchen gehen

Mit 24 thematischen Bücherboxen bringen die Gründer Sarah Seeliger und Julius Bertram hochwertige und pädagogisch wertvolle Kinderbücher in bildungsferne, sozial und finanziell benachteiligte Familien. Von der Geburt bis zum Schulstart bekommen Babys und Kleinkinder regelmäßig Zugang zu Büchern. Alle drei Monate erhalten sie postalisch eine Bücherbox mit altersgerechtem Buch und passendem Spiel.

 

 

Für die Eltern gibt es noch einen Ratgeber mit Tipps und Tricks zu dem jeweiligen Thema (u.a. Die fünf Sinne entdecken, Zähne putzen, Beim Kinderarzt, Aufs Töpfchen gehen, Streiten und Vertragen). In Berlin stehen die Librileo-Bücherboxen über das Bildungs- und Teilhabepaket kostenfrei zur Verfügung.

Neben den Bücherboxen gibt es regelmäßige Lesestunden von Librileo gemeinnützig. Hier lernen die Kinder von Kinderbuchhelden und Eltern können sich von Lesepaten abschauen, wie man lebendig und spannend vorliest.

Das Kinderbücher-Abo wird erst gemeinnützig ein Erfolg

Ursprünglich hatten Sarah Seeliger und Julius Bertram vor, ihre Boxen mit Kinderbüchern im Monatstakt an Eltern mit wenig Zeit zu verkaufen. Eine Idee, die scheiterte. Die Zielgruppe wusste bereits, wie wichtig Bücher sind und kaufte lieber selbst als im Abo. Deshalb entschieden sich die beiden Berliner zur Kehrtwende und bringen die Bücher nun in Familien, die es schwerer haben, ihre Kinder zu fördern und ihnen einen Zugang zu Sprachen zu geben. Das Geld kommt seither nicht mehr von Eltern mit wenig Zeit, sondern von Stiftungen und Firmen.

Um an die Eltern heranzutreten, kooperieren die Gründer mit Jugendämtern, Kitas und Familienzentren. Mit großem Erfolg wie Bertram in einem Interview mit Good Impact erklärt. „In einem Testlauf Mitte 2016 konnten wir zeigen, dass 60 Prozent aller Eltern, die vorher nicht gelesen haben, mit unserem Angebot anfingen zu lesen. Erfahrungsberichte aus den Kitas bestätigen das. Einige Kitas beobachten inzwischen, dass die Kinder berichten, dass sie zu Hause gelesen haben. “

Mission erfüllt!!

Im Web: librileo-gemeinnuetzig.de

Bildquellen: PR Librileo gemeinnuetzig