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Mamaomea: Upcycling-Bleistifte aus dem Lieblingsshirt

Christine Arlt und Ulrich Riedel haben aus alten Kleidern und Naturfasern einen neuen Bio-Kunststoff entwickelt. Das erste Produkt der ungewöhnlichen Upcycling-Idee sind Design-Bleistifte aus ausrangierten Jeans, T-Shirts und manchmal sogar Brautkleidern.

Die Idee von Mamaomea klingt verlockend: Aus einem alten, löchrig-verblichenen, aber von mir immer noch heiß geliebten Festival-T-Shirt entsteht ein Bleistift, mit dem ich schöne Erinnerungen aufschreiben kann. Möglich macht das die Idee von Christine Arlt und Ulrich Riedel. Das Wissenschaftlerpaar entwickelte mit ihrem Startup Mamaomea ein neues Kunstmaterial aus Altkleidern, Textilresten aus Fabriken und Naturfasern wie Jute, Flachs oder Baumwolle. Dazu geben sie noch ein Abfallprodukt aus der Zuckerrohr-Produktion als Naturklebstoff. Das Verfahren heißt „Pultrusion“, die Wissenschaftler haben es aus ihrer Arbeit in der Luft- und Raumfahrt abgeleitet. Normalerweise werden damit aus Carbonfasern Teile für Satelliten gefertigt. Aber auch Automobilhersteller nutzen die Technologie für die Herstellung leichter und widerstandsfähiger Autoteile. Bei Mamaomea entstehen so Upcycling-Bleistifte mit Geschichte.

Upcycling-Bleistifte sind erst der Anfang

Der Mamaomea-Stoff soll leicht wie Carbon, stabil wie Holz und trotzdem flexibel und formbar sein. Außerdem lassen sich allerlei Formen und Farben herstellen. Kein Wunder also, dass die Bleistifte erst der Anfang sein sollen. Denkbar wären zum Beispiel auch Möbel oder Notebook-Cases. Doch das ist erstmal Zukunftsmusik. Bisher konzentriert man sich vor allem auf die Bleistifte und leistet dabei ganz nebenbei einen kleinen, aber wichtigen Beitrag in Sachen Nachhaltigkeit. Immerhin wird bei der „konventionellen“ Bleistift-Herstellung viel Holz verschwendet – zum Beispiel für Spanplatten oder als Feuerholz. Und das Beste: Die Idee der Gründer ist nicht nur innovativ, sondern weckt auch Emotionen. „Es gibt wenige Dinge, die Menschen so nah an sich tragen und mit denen sie so viele Erinnerungen verbinden, wie mit ihren Klamotten“, sagt Arlt. Bei Manaomea kann man seine eigenen Lieblingsstücke wie eine Babydecke, ein Hochzeitskleid oder die Unterhose vom ersten Date einschicken und sich daraus einen Stift machen lassen. Ein ziemlich coole Idee wie wir finden.

Woraus würde ihr euch einen Bleistift machen lassen? Schreibt uns eure Ideen gerne in die Kommentare.

Über Manaomea:

Die manaomea GmbH wurde im August 2015 in München von Dr. Christine Arlt und Dr. Ulrich Riedel gegründet. Als Wissenschaftler aus der Luft- und Raumfahrt erfinden sie mit manaomea Design-Produkte, die Gutes tun. Ihr Antrieb ist die Frage: Wie können wir Produkte schaffen, die überraschen und überzeugen, und gleichzeitig die Welt ein Stück zusammenbringen? Denn Gutes tun bedeutet für manaomea insbesondere sozialer Ausgleich und ökologische Nachhaltigkeit. Jedes Produkt von manaomea soll irgendwo auf der Welt dazu beitragen, eine gesellschaftliche Kluft zu überwinden. Bereits im Mai 2015 wurde manaomea mit dem EXIST-Gründerstipendium ausgezeichnet, 2016 folgten der European Ethical Design Award und der PSI Sustainability Award 2016.

Im Web: manaomea.com

Bildquelle: PR Manaomea