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Nachhaltige Schokolade: Original Beans

Original Beans will nicht nur leckere und faire Schokolade aus wildem Kakao produzieren, sondern auch der Natur etwas zurückgeben. Für dieses Ziel werden in den Anbaugebieten fleißig Bäume gepflanzt und Kleinbauern unterstützt. 

Philipp Kauffmann ist viel herum gekommen. Er arbeitete für namhafte Umweltorganisationen wie den WWF und war Nachhaltigkeitsberater und Artenschutz-Experte bei der UN. Seit 2008 macht er nun Schokolade – für den Gründer von Original Beans ist das kein Widerspruch. Immerhin sind seine Ziele die gleichen geblieben. „Das Unternehmen Original Beans existiert nicht aus dem Grund, gute Schokolade herzustellen. Es gibt uns, weil wir die wichtigsten Probleme unserer Zeit lösen möchten: Den Erhalt der Regenwälder und der biologischen Vielfalt, Armut, Konflikte und Migration“, sagt er. Der Genuss der besten Schokolade der Welt solle die Konsumenten dazu bringen, sich stärker mit Nachhaltigkeit auseinander zu setzen und der Natur etwas zurückgeben. Schokolade für eine bessere Welt – das klingt erstmal nach einem etwas schrägen Versprechen.

Animals of Virunga National Park

Schokolade für eine bessere Welt

Im Fall von Originals Beans macht es aber durchaus Sinn. Die nachhaltige Schokolade wird aus seltenen und wilden Kakaosorten hergestellt. Sie wachsen tief in den Regenwäldern von Lateinamerika und Afrika. Kleinbauern ernten die Früchte hier besonders umweltschonend. Original Beans kauft den Kakao ausschließlich bei lokalen Produzenten – zu fairen Preisen versteht sich. In der Schweiz, dem Heimatland der Schokolade, wird der wilde Kakao später weiter verarbeitet. Eine Besonderheit: Es gibt keine zusätzlichen Aromen oder Gewürze in der Schokolade. Man verlässt sich voll und ganz auf das Aroma der verschiedenen Kakao-Früchte und die Süße von rohem Rohrzucker. 4,50 Euro kostet eine der feinen Tafeln im Bio-Handel, deutlich mehr als die konventionelle Tafeln von Milka und Co, aber auch mehr als die normale Bio-Schokolade.

Für den „stolzen“ Preis bekommt man nicht nur wirklich leckere Schokolade, sondern tut auch etwas Umwelt. Nicht umsonst steht auf jeder Packung „Jede Tafel: Ein Baum“. Das Versprechen dahinter: Für jede verkaufte Tafel wird in dem Anbaugebiet ein neuer Kakao-Baum oder ein schattenspendender Baum gepflanzt. Auf der Verpackung gibt es einen Code, mit dem sich nachverfolgen lässt, wo dieser neue Baum gepflanzt wurde. Die Aktion leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Aufforstung der Regenwälder in den Kakao-Anbaugebieten, sondern ist auch gut für das Klima. Jeder gepflanzte Baum nimmt vier mal so viel CO2 auf, wie für die Produktion einer Tafel nötig ist. Damit gleicht Original Beans sogar die „Klimasünden“ der konventionellen Konkurrenz aus. Auch die Folien-Verpackung der Schokolade ist innerhalb weniger Wochen kompostierbar und besteht aus einer klimafreundlichen Holzfasern-Folie. Viele andere Schokoladen-Hersteller nutzen dagegen Alu-Folie, die zwar recycelt werden kann, aber in der Herstellung und Gewinnung sehr energieintensiv ist.

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Artenschutz ist ein großes Anliegen von Original Beans

Auch der Artenschutz steht auf der Agenda des Social Startups. So finanziert Original Beans zum Beispiel Naturschutztrainings für die Bevölkerung vor Ort. So können die Kleinbauern ihre Kakao-Qualität verbessern und die Umwelt in ihrer Umgebung effektiver schützen. Ein Beispiel dafür ist die Schaffung von neuen Pufferzonen im Kongo. Die kleine Wälder aus Kakao liefern tolle Schokoladen-Qualität und sind gleichzeitig zusätzliche Schutzzonen für die über 700 Berggorillas in der Region. Ihr Lebensraum ist durch Rodungen und Wilderer stark gefährdet. Andere Projekte kümmern sich um Wildpapageien, Paradiesvögel oder Elefanten. Auch die Infrastruktur in den Anbauregion will Original Beans stärken. Im Virunga Nationalpark im Ost-Kongo wurde zum Beispiel ein eigenes Frauenprojekt („Femmes de Virunga“) ins Leben gerufen, das speziell die dort sehr benachteiligten Frauen durch Alphabetisierungskurse oder Anbauschulungen unterstützt.

Der Schutz des Regenwaldes ist aber nicht nur gut für das Klima und die Artenvielfalt. Er sorgt auch für einen tollen Kakao-Geschmack. Eine besonders aromatische Note bekommen die Bohnen nämlich erst im natürlichen Wachstum unter den Kronen des Regenwaldes. Für die unterschiedlichen Aroma sorgen auch die Eigenheiten der Anbaugebiete. So schmeckt die Schokolade aus Mache Chindul Reservat in Ecuador ganz anders als die aus der Beni Savanne in Bolivien oder den Virunga Park im Kongo. Bei den Kunden kommt diese Geschmacksvielfalt jedenfalls gut an – Die Schokolade ist bei Sterneköchen und Patissiers äußerst beliebt und wurde bereits mit zahlreichen Gourmet- und Nachhaltigkeitspreisen ausgezeichnet.

Im Web: originalbeans.com


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Bilder-Copyright: PR Original Beans