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Adidas und Parley for the Ocean: UltraBOOST Uncaged Parley-Sneaker kommt noch im November

Es gibt Neuigkeiten von der mit Spannung erwarteten Kooperation zwischen Sportartikelhersteller Adidas und Meeresschutz-Organisation „Parley for the Ocean“. Schon Mitte November kommt der gemeinsame Schuh auf den Markt. 

Die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll ist eines der größten Umweltprobleme unseres Planeten. Adidas ist an diesem Problem sicher nicht ganz unbeteiligt. Allerdings will der Konzern zusammen mit der Meeresschutz-Initiative „Parley for the Ocean“ daran etwas ändern. Ihr Ansatz: Sportkleidung und Sneaker hergestellt aus recyceltem Meeresplastik. Das erste Produkt aus der Kooperation ist der Adidas UltraBoost Uncaged Parley. Die ersten 7.000 Paare dieses Turnschuhs aus Meeresplastik sollen bereits Mitte November auf dem Markt kommen.

Das Obermaterial des UltraBoost Uncaged Parley besteht aus einem Mix aus verschiedenen Arten von Meeresplastik. 95 Prozent davon wurden an den Stränden der Malediven eingesammelt, die restlichen fünf Prozent sind recycelter Polyester. Laut Adidas entspricht jedes Paar Schuhe so etwa elf Plastikflaschen. Auch die Schnürsenkel, die Fersenkappe, das Gewebe und das Futter sowie die Beschichtung der Sohle stehen aus recycelten Materialien. Das Design wurde von den Wellen des Ozeans inspiriert.

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Die 7.000 Paare im November sind erst der Anfang, wie Eric Liedtke, adidas Group Vorstandsmitglied für Global Brands, erklärt: „Im Jahr 2017 werden wir eine Million Paar Schuhe aus Parley-Meeresplastik herstellen. Unser erklärtes Ziel ist es, reine Kunststoffe vollständig aus unseren Lieferketten zu entfernen.“

Auch Bayern-Trikots aus Meeresplastik

Der Schuh ist nicht die einzige Aktion von Adidas und Parley for the Ocean. So liefen die Kicker des FC Bayern München am Wochenende in Trikots auf, die ebenfalls zu hundert Prozent aus recyceltem Ozeanmüll bestanden. Der Müll stammt von den Stränden der Malediven. Am Kragen war die Botschaft „For the Oceans“ zu lesen. Als Botschafter der Aktion konnte der Sportartikelhersteller und Bayern-Sponsor Mittelfelder-Spieler Xabi Alonso gewinnen. „Ich bin an den Stränden Spaniens aufgewachsen. Daher bin ich besonders froh darüber, ein Trikot tragen zu dürfen, das zu 100 Prozent aus recyceltem Ozeanmüll hergestellt wurde. Das ist eine tolle Gelegenheit darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig es ist, die Weltmeere zu schützen“, sagte der Spanier bei der Präsentation des Trikots.
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Leider wird das Trikot vorerst eine einmalige Aktion bleiben. Trotzdem sind die Ziele der Kooperation zwischen Adidas und Parley for the Ocean sehr lobenswert. Gemeinsam soll das Sammeln und Recycling von maritimen Plastikmüll auf 21 Inselstaaten ausgeweitet werden. Schon im nächsten Jahr sollen eine Millionen Paar Schuhe aus recyceltem Ozeanmüll hergestellt werden. Das bedeutet, dass mithilfe von lokalen Netzwerken aus Strandreinigern und Umweltaktivisten im Jahr 2017 mindestens elf Millionen Plastikflaschen an Küstenregionen eingesammelt werden sollen. Diese werden recycelt und zu hochwertiger Sportbekleidung weiterverarbeitet.

Angesichts von über 20 Millionen Tonnen Plastikmüll die jedes Jahr in den Weltmeeren landen, ist das sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein und Adidas bleibt weiterhin ein Teil des Plastikproblems. Dennoch schafft die Kooperation wichtige Aufmerksamkeit für ein Problem, das nicht ernst genug genommen werden kann.

Das maritime Plastikmüll-Problem: Plastikmüll im Meer ist ein Problem, das man nicht ernst genug nehmen kann und jede Aufmerksamkeit gebrauchen kann. Die Auswirkungen von Plastikmüll auf die Weltmeer sind nämlich dramatisch. Tausende Seevögel, Robben, Wale, Meeresschildkröten und Fische verenden pro Jahr elendig, nachdem sie mit ihrer Nahrung Plastikteile verschluckt haben. Auch herrenlose Fischernetze sind für Meeresbewohner und Vögel eine große Gefahr. Sie verfangen sich in den sogenannten Geistesnetzen und sterben. Laut WWF machen alte Fischernetze rund ein Zehntel des Plastikmülls in den Weltmeeren aus – etwa 640.000 Tonnen. Bis sie vom Meer selbst zersetzt werden, dauert es oft Jahrzehnte. Seitdem immer mehr Mikroplastikpartikel in die Umwelt gelangen, gibt es noch ein neues Problem. Zum einen werden die Granulat-Kügelchen auch von kleinen Organismen aufgenommen, die am Anfang der Nahrungskette stehen, z. B. Muscheln. Die Mikropellets können nicht wieder ausgeschieden werden, verstopfen den Verdauungstrakt und die Schleimhäute der Organismen, die daran sterben.

Lösen wird ein Turnschuh oder eine Jacke mit Meeresplastik-Anteil diese Problematik allerdings kaum. Bis heute gibt es keine zufriedenstellende Lösung, um das Plastik aus den Meeren zu sammeln. An der Oberfläche treibt nämlich nur ein kleiner Teil der bis zu 140 Millionen Tonnen Abfall in den Weltmeeren. 70 Prozent sinkt hinab in die Tiefe. Ein weiteres Problem ist unser Konsumverhalten mit dem Trend zu „Viel, Billig, wenig Nachhaltig“. So entsteht deutlich mehr Müll als wiederverwertet werden kann. Und auch das Plastik selbst hat mehr als nur einen kleinen Design-Fehler. Das Material ist ressourcenintensiv in der Produktion und lässt sich kaum abbauen.

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