Food

Open Air – Das Festival- & Camping-Kochbuch: Gutes Essen auf dem Festival

Essen auf dem Festival ist entweder viel zu teuer oder kommt kalt aus der Dose. Das muss nicht sein, finden wir und haben Profi-Koch, Foodblogger und Autor Stevan Paul nach coolen Alternativen gefragt. In seinem neuen Buch „Open Air – Das Festival- & Camping-Kochbuch“ zeigt er, wie leckeres Festival-Food geht. 
Für viele von uns sind Festivals eine tolle Abwechslung zum Alltag – für ein paar Tage unter freiem Himmel leben, draußen feiern, kochen, entspannen. Für ihr neues Buch „Open Air – Das Festival- & Camping-Kochbuch“ waren Autor Stevan Paul und Fotografin Daniela Haug waren einen Sommer lang unterwegs, mit Bulli, Campingkocher und Grill haben sie sechs der schönsten Musik-Festivals Europas besucht. Von ihrer Reise brachten die beiden über 100 Rezepte für jede Ausstattung und Gelegenheit mit – jenseits von Dosenravioli und Tütensuppe, dazu viele vegetarische und vegane Alternativen: vom stärkenden Frühstück über feine Snacks und hausgemachte „Fertiggerichte“ bis zu Grillpartys und Handfestem für den großen Hunger.

Wir haben mit Stevan Paul über seine Buch und seine Leidenschaft für Musikfestivals gesprochen.

Kaffee_Fruehstueck_Stevan_46_47_OA_8R4A0188Was macht für Sie den Reiz an Musikfestivals aus?

Ich liebe Musik, ich liebe Live-Musik und ich mag diesen Ausnahmezustand, das Leben im Freien, in der Natur, dazu die Leute, die Partys – die kleine Alltagsflucht für Zwischendurch! Von dieser Welt erzählen Fotografin Daniela Haug und ich im Buch, Open Air ist aber zudem auch ein Draußen-Kochbuch mit Rezepten für die nächste Gartenparty, ein Picknick, den Segeltörn, den Campingurlaub.

Passen Camping und gutes Essen überhaupt zusammen?

Unbedingt! Wir arbeiten alle immer mehr, freie Zeit ist ein kostbares Gut, warum sollten wir also unterwegs und auf Reisen im Urlaub nur Dosen warm machen. Draußen Grillen und Kochen, das macht Spaß und ist sehr viel einfacher als gedacht, wenn man die Tricks kennt.

Welche Ausrüstung braucht man, um auf einem Festival gut zu kochen?

Ein portabler Grill und ein Gaskocher mit Topf und Pfanne sind eine gute Grundausrüstung, mehr haben wir auf unserer Reise quer durch Europa nicht gebraucht. Dazu ein Schneidbrett, ein scharfes Messer, biologisch abbaubares Einweggeschirr, falls man nicht spülen will oder kann – und los geht es!

Welche Zutaten sollte man auf jeden Fall mitnehmen?

Olivenöl, Salz, Pfeffer, Zitrone und Knoblauch sind so die Grundausstattung, damit kann man schon viel machen. Ich hab auch immer Nudeln dabei, Brot und Müsli. Und dann einfach mal durchs Buch blättern und Appetit holen. Bei der Planung helfen meine Packlisten und Rezepte für jede Gelegenheit und Ausstattung, das geht vom Rucksackausflug bis zum Campingurlaub.

Über Stevan Paul: Stevan Paul entdeckte früh Open-Air-Festivals als ideale Auszeit. Aus Notwehr gegen Dosenfutter und Tütensuppen hat der gelernte Koch, Bestsellerautor und vielgelesene Foodblogger seine unkomplizierte und fantasievolle Campingküche entwickelt. www.stevanpaul.de

 

Für unseren Blog dürfen wir drei Rezepte aus dem „Open Air – Das Festival- & Camping-Kochbuch“ vorstellen

 

Frühstück:

Kuchen_aus_dem_Glas_42_43_OA_8R4A7564Kuchen aus dem Glas

Ein süßes Frühstück auf Zeltplatz? Kein Problem mit dem saftigen britischen Teekuchen für Reisende, der im Glas gleichzeitig gebacken und konserviert wird, und dadurch auch sehr lange frisch und saftig bleibt.

Zubereitung: Die Gummiringe der Gläser mit kochendem Wasser übergießen und darin einweichen, während der Kuchen zubereitet wird. Gläser zu dünn mit Butter auspinseln und leicht bemehlen. Mandelstifte in einer Pfanne ohne Fett rösten. Trockenobst klein würfeln und in einem Töpfchen mit Rum kochen, bis dieser verdampft ist. Abkühlen lassen. Weiche Butter, Zucker und Vanillezucker mit den Quirlen des Handrührgerätes. 2 Minuten weißlich-cremig aufschlagen. Eier einzeln nacheinander zugeben und jeweils komplett unter die Butter quirlen. Ingwer schälen und fein reiben. Mit Zimt und Nelkenpulver unterrühren. Mehl und Backpulver mischen, zur Butter-Ei-Masse sieben und dann unterrühren, bis ein cremig glatter Teig entstanden ist. Mandeln und Obst unterrühren. Ofen auf 175 Grad vorheizen. Kuchenmasse auf die Gläser verteilen und in eine Auflaufform stellen. Heißes Wasser eingießen, bis die Gläser zweifingerbreit im Wasser stehen. Mit dem Wasserbad in den Ofen schieben. Auf der 2. Schiene von unten 50 Minuten backen. Vorsicht heiß: Die Gummiringe auf die hei.en Gl.ser setzten, dann die Deckel. Topflappen verwenden und die Deckel mit den Klammern verschließen. Abkühlen lassen. Dabei entsteht ein Vakuum, der Kuchen in den luftdicht verschlossenen Gläsern ist bis zu 4 Wochen haltbar und bleibt frisch.

Unsere Meinung: Der Kuchen lässt sich perfekt vor dem Festival backen und dann als leckeres Frühstück mitnehmen.

 

Mittagessen:

Fischpaeckchen_Provence-Grillgemuesen_OA_8R4A6693Fischpäckchen mit Oliven-Rauchmandel-Tapenade und Provence-Grillgemüse

Knuspriger Speck hält die Fischfilets mit Oliven-Rauchmandel-Tapenade zusammen und sorgt dafür, dass nichts am Grillrost hängen bleibt. Gleich daneben grillt buntes Provence-Gemüse als perfekte Beilage.

Zubereitung: Für das Grillgemüse: Paprika entkernen und vierteln, Aubergine und Zucchini längs in dünne Scheiben schneiden. Thymian und Rosmarin grob zupfen, Knoblauch pellen und achteln. Alle Zutaten in eine Box schichten und mischen, dabei mit Olivenöl beträufeln, mit Pfefferwürzen. Für die Fischpäckchen: Knoblauch pellen und mit Oliven, Mandeln und 2 EL Oliven. l im Mixer pürieren. Das Fischfilet in 12 möglichst gleich große Stücke schneiden und dünn mit der Tapenade bestreichen. Übrige Tapenade beiseitestellen. Schinkenscheiben längs halbieren und die Fischfilets in je 1/2 Scheibe Schinken einwickeln.

Die Gemüse salzen und auf dem Grill oder in einer Grillschale bei mittlerer Temperatur 10–12 Minuten grillen, dabei ab und zu wenden. Die Fischpäckchen dünn mit Olivenöl bestreichen und auf dem Grill von jeder Seite 3–4 Minuten grillen. Mit dem Gemüse und übriger Tapenade servieren.

Unsere Meinung: Ein tolles Mittagessen und eine raffinierte Alternative zu Würstchen.

 

Abendbrot:

Kaeseroesti_136_137_OA_8R4A7228Käserösti

Der Klassiker schmeckt auch unterwegs und aus der Campingkocherpfanne. Nach einem Schweizer Rezept wird der Kartoffelrieb aus den gekochten Kartoffeln zuvor über Nacht leicht angetrocknet. Dadurch lässt sich die Rösti-Masse sogar einfrieren und die Vorbereitung wird darüber hinaus mit einem noch intensiveren Kartoffelaroma belohnt.

Zubereitung: Kartoffeln mit Schale in Salzwasser mit Kümmel je nach Größe in ca. 20–25 Minuten bissfest, also nicht ganz weich, vorkochen. Abgießen und komplett erkalten lassen. Kartoffeln pellen, grob reiben. Auf einem Blech mit Backpapier verteilen und über Nacht an der Luft antrocknen lassen. Käse grob reiben, locker mit den Kartoffelraspeln mischen. Wahlweise flach in Zipper-Beutel füllen und gefroren oder ungefroren mit auf die Reise nehmen. Oder direkt Rösti zubereiten. Dafür die Masse leicht mit Salz und Pfeffer würzen und halbieren. 1–2 EL Öl in der Pfanne auf dem Gaskocher erhitzen, den ersten Teil der Masse hineingeben und mit einem Pfannwender oder einem Löffel zu Rösti formen. Bei mittlerer Hitze 4–6 Minuten goldbraun braten, dabei ab und zu leicht rütteln, damit nichts ansetzt. Rösti auf einen Teller stürzen und auf der ungebräunten Seite wieder in die Pfanne gleiten lassen. Weitere 4–6 Minuten knusprig braten.

Unsere Meinung: Ein leckerer Klassiker und der perfekte Ausklang für einen tollen Festivaltag

 

Buchtipp:

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Open Air – Das Festival- & Camping-Kochbuch. Das ultimative Handbuch für Camping & Outdoor von Stevan Paul. Mit tollen Fotos: Daniela Haug. 256 Seiten, Preis: 29,90 Euro. ISBN 978-3-85033-928-5. Erhältlich bei Christian Brandstätter Verlag

Copyright Fotos: © Daniela Haug/Brandstätter Verlag