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Reise-Startup Good Travel: Ein Portal fürs nachhaltige Verreisen

Wir liebes es, zu verreisen und würden am liebsten die ganze Welt sehen. Allerdings haben sich unsere Ansprüche an das Reisen verändert. Nachhaltigkeit ist für uns inzwischen genauso wichtig wie einmalige Erlebnisse und Erholung. Die passenden, nachhaltigen Ziele will das neue Reiseportal Good Travel bieten.

Good Travel wurde im Januar 2016 von Franziska Diallo und Judith Hehl in Berlin gegründet. Das Portal greift die steigende Nachfrage nach umwelt- und sozialverträglichem Urlaub auf und füllt eine Lücke im Markt der Online-Buchungsplattformen mit einer handverlesenen Auswahl an nachhaltigen Unterkünften. Wir haben mit den beiden Gründerinnen über ihre Idee gesprochen.

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Könnt ihr einmal kurz das Konzept von Good Travel erklären?

Good Travel ist eine Buchungsplattform, auf der es Spaß machen soll, spannende und inspirierende Unterkünfte zu entdecken, die bewusst mit Umwelt und Mensch umgehen. Unser Ziel ist es, eine große Auswahl und auch Vielfalt anzubieten. Das fängt beim Campingplatz an, geht über Baumhäuser, charmante City-Appartements, kleine B&Bs bis hin zum außergewöhnlichen Luxushotel.  Wir sind auf der Suche nach kleinen, ungewöhnlich schönen, mit viel Liebe zum Detail geführten Betrieben – und das europaweit. Bei der Entwicklung der Plattform war uns sehr wichtig, dass es Freude macht, auf der Seite zu stöbern, dass unsere Nutzer neue Reiseziele entdecken und alles übersichtlich und intuitiv gestaltet ist.

Wie seid ihr auf die Idee zur Gründung von Good Travel gekommen?

Wir reisen beide sehr gerne und sind fasziniert von spannenden Hotelkonzepten. Unsere eigenen Urlaubsziele sollten schon immer nicht nur schöne und originelle Unterkünfte sein, sondern auch einen fairen Umgang mit Mensch und Natur pflegen. Diese jedoch zu finden war sehr schwierig und ernüchternd. So entdeckten wir die Lücke im Markt und die Idee war geboren: Das machen wir selbst!

Was unterscheidet euch von „herkömmlichen“ Reiseplattformen?

Bei uns steht natürlich das nachhaltige Engagement der Betreiber im Vordergrund. Damit bewegen wir uns ganz klar in einer Nische. Statt Menge steht bei uns die Qualität der Auswahl im Vordergrund. Jede Unterkunft wird detailreich beschrieben und ausführlich bebildert. Der Kunde soll sich in den Ort hineinversetzen können und alle Informationen, die er für eine Buchungsentscheidung benötigt, bei uns finden. Unsere Texte werden alle von Journalisten geschrieben, die, wenn sie nicht selbst vor Ort waren, zumindest auf ein ausführliches Interview mit dem Betreiber zurückgreifen. Daher sind unsere Beschreibungen alle sehr authentisch und einzigartig.

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Nachhaltiger Urlaub klingt erstmal nach Bauernhof in Deutschland. Eurer Angebot geht aber deutlich weiter. Könnt ihr mal zwei-drei typische Good Travel Ziele vorstellen?

Typische Good Travel Ziele gibt es nicht. Jede Unterkunft hat ein eigenes, spannendes Konzept – Zum Beispiel das Magdas. Hier arbeiten Flüchtlinge aus 14 verschiedenen Nationen. Kein Charity-Projekt, sondern Social Business: In spätestens fünf Jahren soll sich das Magdas selbst tragen. Die Einrichtung stammt überwiegend von Möbelspenden aus ganz Österreich, die Designer neu arrangiert haben. Das Ergebnis ist ein Hotel mit Persönlichkeit.

Ein weiteres Beispiel ist das Stranddorf Augustenhof. 30 Holzhäuser mit Gründächern, inmitten eines Naturreservats. Der Augustenhof ist ein Modellprojekt, wo neue ökologische Techniken gezeigt werden. Das reicht von Baumaterialien über alternative Energien bis hin zum Abwasser.

Wenn wir noch eine dritte Unterkunft nennen dürfen, dann Aterra. Das wiederum ist luxuriöses Camping wenige Kilometer nördlich der Algarve. In diesem Tal wollen die Betreiber Francisco und Claudia zeigen, wie man nachhaltig leben kann und Menschen zur Natur bringen: Aterra eben, wie es der Name schon sagt. Das Essen ist bio, kommt direkt aus der Region oder wurde sogar auf dem Hof in der eigenen kleinen Landwirtschaft selbstgezogen. Hier wohnt man in riesigen Tipis, Jurten oder in mit Reet überdachten Rajasthani-Zelten.

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Welche Kriterien müssen die nachhaltigen Reiseziele erfüllen? 

Wir haben fünf verschiedene Nachhaltigkeitskriterien definiert und haben damit auch die gängige Definition von Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie und Soziales) ausgeweitet. Unsere Kriterien sind Architektur, Food, Soziales, Umwelt und Well-Being. Grundsätzlich kennzeichnen wir bei den Unterkünften, welche dieser Kriterien sie erfüllen. Es gibt Häuser, die sich in fast allen Bereichen auszeichnen. Andere, zum Beispiel ein Ferienhaus, erfüllt nur das Kriterium Architektur. Trotzdem war es uns wichtig, auch diese mit in unsere Auswahl aufzunehmen.

Wie werden die Kriterien überprüft?

Wenn möglich machen wir uns selbst ein Bild vor Ort. In jedem Fall führen wir mit dem Betreiber oder Vermieter ein Interview, in dem wir alle unsere Nachhaltigkeitskriterien abfragen. Bei einigen Destinationen wurde deren Nachhaltigkeit im besten Fall bereits durch anerkannte Zertifikate bestätigt. Gerade kleinere Unterkünfte können sich diese aber nicht immer leisten. Wir setzen letztlich auch auf die Community: Die Gäste können sich jederzeit bei uns melden und sagen, wenn etwas nicht so nachhaltig wie versprochen war.

Im Web: goodtravel.de

Bilder: Copyright Good Travel