Fashion

Sechs nachhaltige Jeans-Labels, die man kennen sollte

Jeans waren anfangs ein Kleidungsstück der Unangepassten und coolen Rebellen. Mit ökologisch und fair produzierten Denims kann man diesen Geist wieder aufleben lassen und zeigen, dass Jeans mehr sind als nur ein Kleidungsstück – nämlich eine Einstellung.

Eine gut sitzende Jeans ist die Grundlage für ein perfektes Outfit. Die große Nachfrage nach Denims hat allerdings Folgen für Mensch und Umwelt. Die Baumwolle für konventionelle Jeans stammt von riesigen Baumwollplantagen. 16 Quadratmeter Acker verbraucht eine Jeans im Durchschnitt. Die Baumwolle wird mit einer großen Menge Pestiziden vor Insekten und anderen Schädlingen geschützt. In den Entwicklungsländern tragen die Feldarbeiter bei dieser giftigen Arbeit nur selten Schutzkleidung. Das hat schwere Folgen für ihre Gesundheit. Doch nicht nur der Anbau der Baumwolle ist giftig und wenig nachhaltig, sondern auch die Weiterverarbeitung. Für die charakteristische Waschung mit Bleiche und Sandstrahlen werden ebenfalls giftige Chemikalien eingesetzt. Außerdem ist der Wasserverbrauch gigantisch – für eine Jeans werden bis zu 6.000 Liter Wasser verbraucht. Dazu kommen noch weite Transportwege.

Fair, ökologisch, stylisch – sechs coole und nachhaltige Jeans-Labels

Es gibt also genug Argumente für das Tragen von Bio-Jeans. Unsere nachhaltigen Lieblings-Labels setzen auf Biobaumwolle, schonende Verarbeitung, faire Löhne für die Arbeiter und kurze Transportwege.

Kuyichi Jeans

Das niederländische Label Kuyichi gilt als einer der Pioniere in Sachen Öko-Jeans. Bereits 2001 wurde die Marke gegründet. Von Anfang setzen die Niederländer nicht nur auf den Schutz der Umwelt bei Anbau, Verarbeitung und Transport und faire Produktionsbedingungen, sondern auch auf authentischen Style. So gibt es sämtliche Passformen von Skinny über Slim und Straight bis zu Boyfriend und Bootcut. Auch bei den Waschungen muss sich das Sortiment vor konventioneller Konkurrenz nicht verstecken. Die zertifizierte Biobaumwolle für die Jeans stammt aus der Türkei und Kirgisistan. Außerdem werden recycelte Baumwolle und Polyester-Fasern genutzt. Genäht und produziert wird in der Türkei und Italien.

Zertifizierungen: u.a. GOTS, RCS, Fair Trade und Fair Wear Fundation

Preis: rund 100 Euro

Website: www.kuyichi.com

9Nudie Jeans

Das schwedische Label „Nudie Jeans“ hat mit seinem lässigen fairen Stil den Sprung aus der Nische geschafft. Inzwischen kann man die Jeans auch bei großen Onlinehändlern wie Zalando oder dem Frontlineshop kaufen. Die Jeans gibt es in verschiedenen Passformen wie Skinny, Straight oder Loose und in unterschiedlichen Farben. Passend zu den Jeans bieten die Schweden auch ein breites Angebot von coolen T-Shirts, Pullover und Accessoires für Frauen und Männer. Die Biobaumwolle dafür wird in der Türkei und Indien angebaut. Der größte Teil der Produktion findet in Italien und etwa zehn Prozent in Tunesien statt.

Zertifizierungen: u.a. GOTS, Fair Wear Fundation und EU Organic Standard

Preis: rund 100 Euro

Website: www.nudiejeans.com

Mud Jeans

Das niederländische Label Mud Jeans verkauft seine Hosen nicht nur, sondern verleiht sie auch. Im Prinzip funktioniert das Ganze wie beim Carsharing – Die Kunden leihen die Hosen vom Hersteller für ein Jahr. 25 Euro Pfand und 7,50 Euro Miete pro Monat sind dafür fällig. Nach einem Jahr kann die Jeans entweder zurückgegeben oder für weitere 20 Euro behalten werden. Mit insgesamt 100 Euro für eine solche Jeans liegen die Preise im gehobenen Durchschnitt. Die Jeans selbst bestehen dafür aber auch zu 100 Prozent aus Biobaumwolle aus Tunesien und Italien. Sie werden in Italien gefertigt und sind selbstverständlich Fairtrade. Auch in Sachen Passformen und Looks bleiben keine Jeans-Träger-Wünsche offen.

Zertifizierungen: u.a. GOTS, Fair Trade, BCI

Preis: rund 100 Euro oder Mietgebühr

Website: www.mudjeans.eu/de/

bleed clothing

Active Jeans Ladies GreyMit seinen drei Grundsäulen – nachhaltig, vegan und fair – steht das Streetwear und Bordsport Label bleed  für unblutigen Konsum.  „Für unsere Produkte muss niemand bluten. Weder Mensch, Tier noch Natur.  Ein Anspruch, wie er simpler nicht sein könnte. Keine Qual, kein Mord, kein Gift.“, heißt es dazu passender Weise im Lookbook. Diese Grundsätze gelten auch für die ganze Jeans-Produktion und die Lieferkette. Für die Kleidung werden nur natürliche und vegane Materialien verwendet, wie GOTS-zertifizierte Biobaumwolle aus der Türkei. Produziert werden die Jeans in Polen.

Zertifizierungen: u.a. GOTS

Preis: rund 100 Euro

Website: www.bleed-clothing.com

Good Society

Ein bisschen Lokalpatriotismus muss sein. Deshalb haben wir mit Good Society ein Hamburger Label in die Liste aufgenommen. Das Label produziert seine veganen Jeans in Italien, auch die verwendete Biobaumwolle stammt von dort. In Sachen Looks und Passform gibt es eine große Auswahl. Besonders spannend ist das Engagement von goodsociety. Etwa 25 Prozent des Gewinns wird an soziale oder Umweltschutzorganisationen gespendet – zum Beispiel an Treedom, eine Organisation, die sich um den weltweiten Schutz und Wiederaufbau von Wäldern kümmert.

Zertifizierungen: u.a. GOTS

Preis: rund 130 Euro

Website: goodsociety.org

armedangels Jeans

Armedangels ist eins der bekanntesten deutschen Öko-Modelabels. Acht Jahre nach ihrer Gründung sind die Kölner fast jedem trendbewussten Modeliebhaber ein Begriff. Neben coolen Print-Shirts und gemütlichen Sweatern gibt es auch vegane und nachhaltige Jeans im Angebot. Die Biobaumwolle dafür stammt aus Indien, produziert werden die Jeans in der Türkei.

Zertifizierungen: u.a. GOTS und Fair Trade

Preis: rund 100 Euro

Website: www.armedangels.de

Bilder: PR bleed Clothing, nudie Jeans