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Sneaker aus Meeresmüll: Neues vom Parley x Adidas

Es gibt Neues von der Kooperation zwischen Sportartikelhersteller Adidas und Meeresschutz-Organisation „Parley for the Ocean„. Zum World Oceans Day am 8. Juni 2016 zeigten sie den neuen Prototyp des „Adidas x Parley“ – einem Sneaker aus recyceltem Meeresplastik.

Seit Adidas im letzten Jahr zusammen mit der Meeresschutz-Initiative „Parley for the Ocean“ die ersten Entwürfe eines Turnschuhes aus recyceltem Meeresmüll präsentierte, sind wir große Fans. Passend zum World Oceans Day in der letzten Woche verkündete der Sporthersteller nun tolle Neuigkeiten zum „Adidas x Parley“ Sneaker. Das Obermaterial des Schuhs soll zu 100 Prozent aus recycelten Fasern bestehen. Diese werden aus maritimen Kunststoffabfällen hergestellt. Der Müll dafür wurde vor den Malediven gesammelt. In der zweiten Jahreshälfte sollen die ersten Teile aus recyceltem Meeresabfall in die Läden kommen. Neben Turnschuhen wird die Kollektion auch T-Shirts und andere Kleidungsstücke umfassen.

Wer nicht warten will: Man kann aktuell 50 Paare des „Adidas x Parley“ gewinnen. Dafür muss man nur bis Ende Juli per Instagram-Video erklären, wie man im Alltag am besten Plastik vermeidet. Mehr Infos zu der Aktion gibt es hier.

Auch sonst wachsen bei Adidas die Bestrebungen für mehr Nachhaltigkeit. In Adidas Stores wurden Plastiktüten abgeschafft. Am Stammsitz in Herzogenaurach gibt es keine Plastik-Wasserflaschen mehr. Und bis 2020 hat Adidas sich das Ziel gesetzt, alle Schadstoffe in der Produktion durch ungefährliche Substanzen zusetzen. Dafür wurde Adidas von Greenpeace als „Trendsetter der sauberen Textilindustrie“ ausgezeichnet.

Das maritime Plastikmüll-Problem: Plastikmüll im Meer ist ein Problem, das man nicht ernst genug nehmen kann und jede Aufmerksamkeit gebrauchen kann. Die Auswirkungen von Plastikmüll auf die Weltmeer sind nämlich dramatisch. Tausende Seevögel, Robben, Wale, Meeresschildkröten und Fische verenden pro Jahr elendig, nachdem sie mit ihrer Nahrung Plastikteile verschluckt haben. Auch herrenlose Fischernetze sind für Meeresbewohner und Vögel eine große Gefahr. Sie verfangen sich in den sogenannten Geistesnetzen und sterben. Laut WWF machen alte Fischernetze rund ein Zehntel des Plastikmülls in den Weltmeeren aus – etwa 640.000 Tonnen. Bis sie vom Meer selbst zersetzt werden, dauert es oft Jahrzehnte. Seitdem immer mehr Mikroplastikpartikel in die Umwelt gelangen, gibt es noch ein neues Problem. Zum einen werden die Granulat-Kügelchen auch von kleinen Organismen aufgenommen, die am Anfang der Nahrungskette stehen, z. B. Muscheln. Die Mikropellets können nicht wieder ausgeschieden werden, verstopfen den Verdauungstrakt und die Schleimhäute der Organismen, die daran sterben.

Lösen wird ein Turnschuh oder eine Jacke mit Meeresplastik-Anteil diese Problematik allerdings kaum. Bis heute gibt es keine zufriedenstellende Lösung, um das Plastik aus den Meeren zu sammeln. An der Oberfläche treibt nämlich nur ein kleiner Teil der bis zu 140 Millionen Tonnen Abfall in den Weltmeeren. 70 Prozent sinkt hinab in die Tiefe. Ein weiteres Problem ist unser Konsumverhalten mit dem Trend zu „Viel, Billig, wenig Nachhaltig“. So entsteht deutlich mehr Müll als wiederverwertet werden kann. Und auch das Plastik selbst hat mehr als nur einen kleinen Design-Fehler. Das Material ist ressourcenintensiv in der Produktion und lässt sich kaum abbauen.

Copyright Foto: adidas