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Triodos Bank: Die erste Kreditkarte aus Bioplastik

Wir haben ja schon viele ungewöhnliche Ideen in Sachen Nachhaltigkeit gesehen. Aber die erste Kreditkarte aus Biokunststoff hat uns wirklich überrascht. Sie kommt von der Triodos Bank und wird aus Maisstärke hergestellt.

Auf den ersten Blick ist die nachhaltige Variante eine ganz normale Kreditkarte. Ein Laubfrosch ist darauf zu sehen, dazu gibt es den üblichen Chip, den schwarzen Magnetstreifen und die Zahlen der Kreditkartennummer. Ungewöhnlich sind eher die Materialien der GrünCardPlus. Sie besteht aus pflanzlichen Rohstoffen – vor allem aus Mais. Erdöl wurde bei der Herstellung nicht verwendet. Doch die Vorteile liegen auf der Hand: Endliche, fossile Ressourcen werden geschont und der Ausstoß von Treibhausgasen bei der Produktion von PLA ist um rund 80 Prozent geringer als bei der Herstellung von konventionellen Kunststoffarten. Natürlich sind die Plastikmengen für Kreditkarten nicht gerade riesig und damit auch die eingesparte Menge an CO2 eher niedrig.

Georg Schürmann, Geschäftsleiter der Triodos Bank in Deutschland, geht es vor allem um die Signalwirkung: „Mit der PLA-Kreditkarte zeigen wir, dass aus endlichen, fossilen Rohstoffen erzeugte Kunststoffe in vielen Bereichen unseres Lebens ersetzt werden können. Wir wollen damit einen Impuls für ein nachhaltiges, Ressourcen schonendes Konsumverhalten geben“.  Einen ernstzunehmender Beitrag in Sachen Nachhaltigkeit wäre wohl erst ein Umstieg vieler Banken auf Bioplastik für Giro- und Kreditkarten. In deutschen Portemonnaies befinden sich immerhin über 130 Millionen Kredit- und Girokarten aus fossilen Kunststoffen. Würde man alle Karten aneinander legen, ergäbe das eine Strecke von über 11.000 Kilometern, was etwa der Entfernung vom Nordkap bis Kapstadt entspricht.

Die Kreditkarte aus Bioplastik ist ein erster Schritt

Allerdings ist auch das Bio-Plastik aus Maisstärke nicht die nachhaltigste Alternative. Gerade die Maismonokultur schaden der ökologischen Vielfalt und damit den Insekten, den Bienen und der Vogelwelt. Außerdem ist Mais durch seinen hohen Nährstoffverbrauch schlecht für den Boden. Dieser Probleme kennt auch die Triodos Bank. „Uns ist durchaus bewusst, dass es bei der Entwicklung von Biokunststoffen noch Luft nach oben gibt“, sagt Schürmann. „Ideal wäre es zum Beispiel, wenn sie künftig aus biologischen Abfallprodukten hergestellt werden könnten, um keine Anbauflächen dafür verwenden zu müssen.“

Als positiven Ansatz, um den Verbrauch von fossilen Rohstoffen zu reduzieren und mehr Bewusstsein zu schaffen, kann man die neue Kreditkarte trotzdem werten. Übrigens will die Nachhaltigkeitsbank zusätzlich den nachhaltigen Konsum anregen. Dafür kooperiert sie mit dem nachhaltigen Bonussystem Grünkauf. Dabei werden bei jedem Einkauf Punkte gesammelt, die für weitere Einkäufe genutzt oder auch für soziale und ökologische Projekte gespendet werden können.

Über die Triodos Bank

Die Triodos Bank bezeichnet sich selbst als Europas führende Nachhaltigkeitsbank. Gegründet 1980, hat sie mittlerweile über 652.000 Kunden, die sich darauf verlassen können, dass die Triodos Bank ausschließlich Unternehmen, Institutionen und Projekte finanziert, die zum Wohl von Mensch und Umwelt beitragen. Sie kommen beispielsweise aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Ökolandbau, Bildung, Altenpflege und nachhaltige Immobilien. Die Bank beschäftigt über 1.250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sechs Ländern in Europa: in den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Spanien, Deutschland und Frankreich. 2016 erhielt sie die Auszeichnung des Handelsblatts „Beste Geschäftskundenbank“. Sie wurde 2017 außerdem von ihren Kunden auf dem Portal BankingCheck.de zur „Besten Direktbank“ und zum 2. Mal in Folge zur „Besten nachhaltigen Bank“ gewählt.

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