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Video: Der Plastikmüll in den Meeren und an den Stränden dieser Welt

Das Tauchvideo von Rich Horner zeigt eindrücklich, wie stark Plastikmüll die Strände und das Meer verschmutzt. Sicherlich nichts neues, doch immer wieder erschreckend zu sehen

Die Bilder, die Rich Horner, auf Youtube geteilt hat, sind dramatisch. Der Brite taucht vor der Küste von Bali und filmt mit einer Unterwasserkamera. Man würde blauen, kristallen Ozean erwarten, stattdessen sieht man nur eine trübe Suppe mit Unmengen von Plastikmüll. Plastiktüten, Eimer, Flaschen, zwischen drin noch ein paar Fische. Doch seht selbst:

 

 

Aufgenommen wurde das Video in der Nähe der Insel Nusa Penida – etwa 20 Kilometer von dem Touristen-Hotspot Bali entfernt. Das Gebiet gilt als „Manta Point“, hier tummeln sich die majestätische Rochen. Bei Tauchern und Touristen ist der Ort genau deshalb sehr beliebt, angeblich gibt es hier eine 99-prozentige Chance Mantas zu sehen. Von Mantarochen ist in dem Video allerdings keine Spur – stattdessen gibt es vor allem Plastiktüten zu sehen.

Tatsächlich ist die Stelle nicht verwunderlich: Wissenschaftler wiesen nach, dass 90 Prozent des Kunststoffs im Meer von den zehn Flüssen mit der höchsten Verschmutzung durch Plastik stammt. Nach China ist Indonesien das Land, aus dem das meiste Plastik in die Meere gespült wird. Rund 200.000 Tonnen Kunststoffabfälle stammen von dort.

 

Das maritime Plastikmüll-Problem: Plastikmüll im Meer ist ein Problem, das man nicht ernst genug nehmen kann und jede Aufmerksamkeit gebrauchen kann. Die Auswirkungen von Plastikmüll auf die Weltmeer sind nämlich dramatisch. Tausende Seevögel, Robben, Wale, Meeresschildkröten und Fische verenden pro Jahr elendig, nachdem sie mit ihrer Nahrung Plastikteile verschluckt haben. Auch herrenlose Fischernetze sind für Meeresbewohner und Vögel eine große Gefahr. Sie verfangen sich in den sogenannten Geistesnetzen und sterben. Laut WWF machen alte Fischernetze rund ein Zehntel des Plastikmülls in den Weltmeeren aus – etwa 640.000 Tonnen. Bis sie vom Meer selbst zersetzt werden, dauert es oft Jahrzehnte. Seitdem immer mehr Mikroplastikpartikel in die Umwelt gelangen, gibt es noch ein neues Problem. Zum einen werden die Granulat-Kügelchen auch von kleinen Organismen aufgenommen, die am Anfang der Nahrungskette stehen, z. B. Muscheln. Die Mikropellets können nicht wieder ausgeschieden werden, verstopfen den Verdauungstrakt und die Schleimhäute der Organismen, die daran sterben.

Wie wir alle gegen den Plastikmüll in den Meeren tun können, erklärt Bernhard Bauske, Plastikmüll-Experte der Umweltschutzorganisation WWF, in einem Interview auf fluter.de

Bild: Fotolia: Plastikflasche am Strand © Kara