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Von Bienensterben und Schmetterlingselfen: Interview mit Cally Stronk

Mit den Abenteuern von Leonie Looping und den Schmetterlingselfen Mücke und Luna schreibt Cally Stronk eine der erfolgreichsten Kinderbuch-Reihen dieser Tag. Im Interview verrät sie, wie sie die kleinen Leser für ihre Bücher begeistert und warum Nachhaltigkeit dabei eine große Rolle spielt.

 

 In deiner neuen Erstleser-Reihe geht es um Leonie Looping und die beiden Schmetterlingselfen Mücke und Luna. Kannst du deine Protagonistinnen einmal genauer vorstellen?

Cally Stronk: Ja, gerne! Auf dem Balkon von Oma Anni leben die Schmetterlingselfen Mücke und Luna. Esmeralda Lakritzia von Mückhausen, genannt Mücke, ist frech und hat ziemlich schräge Ideen, die Schmetterlingselfe Luna hingegen ist sanft und mitfühlend und auch für jedes Abenteuer zu haben. Die Hauptfigur von Leonie Looping ist aber natürlich die siebenjährige Leonie, ein ganz normales Mädchen, das die Ferien bei ihrer Oma Anni verbringt. Leo hat ein großes Herz und ist jederzeit bereit, ihren Freunden und Tieren in Not zu helfen. Sie ist eine starke Mädchenfigur mit Träumen und klaren Werten. Leo kann selbst auch zur Schmetterlingselfe werden. Dafür muss sie nur eine Schrumpferbse essen. Als Schmetterlingselfe kann Leo sogar einen richtigen Looping fliegen – so kommt sie zu ihrem Namen: Leonie Looping

 

 

 Wie bist du auf die Idee mit den Schmetterlingselfen gekommen?

Cally Stronk:Meine Freundin, die Illustratorin Constanze von Kitzing, hat eine Schmetterlingselfe in einer Blüte gemalt und mich dann gefragt, ob ich mir nicht eine Geschichte dazu überlegen möchte. Uns war es wichtig, nicht eine reine Fantasiegeschichte zu erzählen, sondern auch sehr viel Alltagsbekanntes einzubauen. Leonie Looping sollte also ein Stadtmärchen werden, mit Problemen und Herausforderungen, die heutzutage relevant sind.

 

Die Geschichten von Leonie Looping greifen vor allem Umweltthemen auf. Im aktuellen Band geht es zum Beispiel um Bienen. Warum liegen dir diese Themen besonders am Herzen?

 Cally Stronk:Mit meinen Büchern kann ich viele Kinder erreichen. Hier habe ich die Möglichkeit Themen zu platzieren, die wichtig sind für uns und unsere Gesellschaft, dazu gehört auch insbesondere Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Wir sind alle in der Verantwortung unseren Planeten zu schützen, je früher man das lernt und je früher man da seine eigenen Möglichkeiten sieht, umso besser.

Natürlich können normale Kinder nicht wie Leo in einen Bienenstock hineinfliegen und schauen, was da los ist – sie können aber zum Beispiel Samenbomben basteln und mit ihren Eltern Insektenhotels bauen, Müllsammelaktionen starten und darauf achten, nicht selbst etwas in die Natur zu werfen. Wenn diese Themen auch noch spannend und witzig behandelt werden, ist schon mal der erste Schritt getan.

 

 

Wie lange dauert es ein Leonie Looping Buch zu schreiben?

 Cally Stronk: Das ist immer unterschiedlich. Die meiste Arbeit war es, die Welt und die Figuren zu erschaffen und so lange daran zu feilen, dass sie stimmig sind. Die ersten Ideen entstanden 2013 – veröffentlicht wurden die ersten Leonie Looping Bände 2017 – vier Jahre später! Die Idee für die Serie hatte also Zeit zu wachsen – wie eine Pflanze. Beim Schreiben des ersten Bandes musste ich mir dann noch überlegen, was die Figuren einzigartig macht und wie sie so sprechen – später weiß man das schon und kann dann schneller arbeiten.

Ich teile mir die Arbeit an einer Geschichte in verschiedene Phasen ein, dann kommt mir das nicht wie ein unendlicher Berg an Arbeit vor. Erst überlege ich gemeinsam mit der Illustratorin Constanze von Kitzing grob, was in einem Band passieren könnte und welchen Umweltschwerpunkt wir behandeln möchten. Dann plane ich genauer, was in den einzelnen Kapiteln passiert. Und danach erst fang ich an zu schreiben. Meist wird es trotzdem alles anders und ich plane noch mal um. Das dauert seine Zeit. Während die Geschichte dann bei meiner Lektorin liegt und ich auf Feedback warte, arbeite ich schon an den nächsten Buch-Projekten, mache Lesungen mit meiner Ukulele, schreibe Songs und mache Werbung für die Bücher.

Ich arbeite also sehr viel parallel bzw. versetzt. Es ist wichtig, immer schon die neuen Projekte anzuschieben, damit man nicht irgendwann ohne Arbeit ist. Also zurück zu deiner Frage: eigentlich kann man das nicht genau sagen, wie lange ein Buch braucht. Reine Schreibzeit des ersten Entwurfs sind meist etwa 1-2 Wochen, dazu kommt aber noch ganz viel VOR-denken, Dramaturgie basteln, Witze herausarbeiten etc. – so dass man mit 2-3 Monaten insgesamt rechnen muss.

 

Welche Rückmeldung bekommst du von den kleinen Lesern zu deinen Elfen?

 Cally Stronk: Uiiiii, die sind total begeistert. Ich kriege oft Fanpost und Fotos zugeschickt. Jungs und Mädchen finden die Bücher gleichermaßen toll! Ein Mädchen hat mal für ein Referat Mückes Häuschen mit Liegestuhl in einen Blumentopf gebastelt. Sehr cool!

Bei Live-Lesungen lachen sich die Kinder dann oft richtig kaputt, so lustig finden sie es – und wollen mich oft gar nicht mehr gehen lassen. Ein Junge bot mir sogar schon mal an, länger in der Schule zu bleiben, wenn ich doch nur weiter lesen würde.

Auch Eltern schreiben mir, dass meine Bücher endlich kleine Lesemuffel zum Lesen gebracht haben. Das ist ein irres Gefühl! Genau dafür schreibe ich Bücher.

 

Unser Buchtipp

Im Januar erschienen: Leonie Looping und das Rätsel der Bienen. Was ist nur mit den Bienen los? Sie sammeln keinen Honig mehr und es geht ihnen schlecht. Leo, Mücke und Luna kommen der gefährlichen Wahrheit auf die Spur.

Leonie Looping, Band 4: Das Rätsel um die Bienen (Erstleser), von Cally Stronk und Constanze von Kitzing. 100 Seiten, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3473365456,

 

Mehr über Cally Stronk findet ihr hier: callystronk.blogspot.de

Mehr über Constanze von Kitzing findet ihr hier: constanzevonkitzing.de

Mehr über Leonie Looping gibt es hier: ravensburger.de/leonie-looping

 

Bild: Anja Köhler/andereart, Constanze von Kitzing