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Warum selbstgemachte und grüne Smoothies gesünder sind

Gekaufte Smoothies enthalten oft viel zu viel Zucker. Selbstgemacht sind die Drinks deutlich gesünder.

Fünf Portionen Obst und Gemüse gehören zu einer gesunden Ernährung. Diesen Tagesbedarf durch einen leckeren Smoothie oder Fruchtsaft zu decken, spart auf den ersten Blick Zeit und ist ziemlich bequem. Doch Forscher haben herausgefunden, dass Fruchtsäfte und Obst-Smoothie aus dem Supermarkt nicht halb so gesund sind, wie man annehmen könnte. Ein Beispiel: Mediziner der Harvard School of Public Health untersuchten in einer 24-jährigen Langzeitstudie mit 190.000 Probanden die Unterschied zwischen verarbeiteten Fruchtsäften und rohem Obst. Ihr Ergebnis: Ein starker Fruchtsaft- und Smoothie-Konsum erhöht das Risiko für Diabetes mellitus. Äpfel und Birnen in ihrer ursprünglichen Form haben dagegen positive Auswirkungen auf den Insulinspiegel.

Viele Fruchtsäfte und Smoothies enthalten viel Zucker, aber kaum Vitamine

Ein wichtiger Grund dafür liegt in der Verarbeitung. Bei der Herstellung und dem Haltbarmachen der Säfte verliert das Obst einen großen Teil der Nährstoffe und Vitamine. Diese wertvollen Inhaltsstoffe sitzen nämlich oft direkt unter der Schale. Durch die starke Verarbeitung laden sie häufiger im Müll als im Glas. Zurück bleibt etwas Frucht, viel Wasser und besonders ärgerlich viel zu viel Fruchtzucker. Weil Fructose in der Herstellung preisgünstiger als normaler Zucker ist und geschmacksverstärkend wirkt, wird er von der Lebensmittelindustrie gerne zum Süßen eingesetzt – auch bei Fruchtsäften und Smoothies.

Die niederösterreichische Arbeiterkammer testet im letzten Jahr Smoothies großer Anbieter. Der Negativrekord in Sachen Zucker: 16,1 Gramm Zucker pro 100 Milliliter – das entspricht etwa 20 (!!!!) Stück Würfelzucker. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt einen Anteil von verstecktem Zucker in Lebensmitteln von höchstens sechs Teelöffeln täglich.

Fruchtzucker ist nicht gesünder

Für unseren Körper ist die Fructose grundsätzlich nicht viel gesünder als normaler Haushaltszucker. Auch er treibt in zu hohen Mengen unseren Blutzuckerspiegel in die Höhe, kann zu Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten und einer Fettleber führen. Doch zum Glück ist Fruchtzucker nicht gleich Fruchtzucker. Fruchtzucker aus einem Bio-Apfel ist deutlich gesünder als der süße Bestandteil eines Schokoriegels, Fertiggerichts oder Supermarkt-Smoothies. Das Obst enthalten nämlich zusätzlich wichtige Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien. Außerdem kann man mit etwas Gefühl für seine Ernährung die Zucker-Menge gut einteilen. Bei dem sogenannten verstecken Zucker fällt die Kontrolle deutlich schwerer.

Mehr Infos zum Thema Fructose bietet dieser großartige Beitrag aus der NDR-Gesundheitssendung Visite: Vorsicht vor Fructose: Fruchtzucker macht dick.

Der Königsweg: Grüne Smoothies selber machen 

Die gesündeste Variante ist es deshalb, seine Smoothies selbst aus regionalem und saisonalem Obst und Gemüse herzustellen. So kann man selbst über die Zutaten, ihre Qualität und die Herstellung entscheiden.

Ein paar Tipps: 

  • Gemüse gehört in jeden Smoothie. Es enthält weniger Fruchtzucker und zusätzliche Nährstoffe. Wir mögen in unseren Smoothies am liebsten Spinat, Grünkohl, Rote Beete, Möhren und verschiedene Salatsorten wie Romana.
  • Man sollte seine Smoothies außerdem mit etwas Wasser verdünnen, auch das senkt den Zuckeranteil
  • Das Obst sollte gutgewachsen mit Schale in den Mixer gegeben und nicht ausgepresst werden. So bleiben wichtige Vitamine und Ballaststoffe erhalten
  • Mit einem guten Saftmixer ist auch der Zeitaufwand für die Herstellung äußerst gering – wir nutzen derzeit den Philips HR 2195/08 Standmixer.
  • Die passenden Rezepte findet man im Internet oder in zahlreichen Büchern über grüne Smoothies. Unser Favorit ist Moment: Grüne Smoothies: Einfach mixen, genießen, wohlfühlen von Marjolijn van der Velde. Das Buch kostet 19,99 Euro und bietet neben einer gründlichen Einführung 70 Rezepte für cremige Power-Drinks aus Obst und Blattgemüse.

Natürlich kann man auch einfach selbst ein bisschen mit seinem Lieblingsobst und -gemüse experimentieren.

Habt ihr leckere und gesunde Smoothie-Rezepte? Schreibt Sie uns gerne in die Kommentare.