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Yoga Festival: Interview zum Xperience Festival

Asanas und Meditation statt Zelten und Dosenbier – wie wäre es mal mit einem Yoga-Festival in diesem Sommer? Den Yogis unter euch sei das Xperience Festival vom 16. bis 20. August in Bad Meinberg ans Herz gelegt. Wir haben mit Macherin Dusty Wenk über das Festival gesprochen. 

 

Was ist die Besonderheit des Xperience Festivals?

Dusty: Besonders an unserem Festival ist, dass wir nicht nur einen oder zwei thematische Schwerpunkte setzen, sondern gleich sieben zentrale Erlebnisbereiche anbieten: Healing, Lifestyle, Yoga, Music, Vegan Food, Aktivismus und Satsang. Es darf getanzt, gekocht, musiziert, gemalt, meditiert, gesungen, jongliert, Konzerten gelauscht, Yoga praktiziert, diskutiert und relaxt werden. Der Fokus liegt nicht nur auf Yoga und Musik, sondern vor allem auch auf veganem Essen, Aktivismus, nachhaltig ausgerichtetem Lifestyle und Satsang. Das ist eine spirituelle Form des Zusammenseins mit Meditation, Kirtan-Gesang, Vortrag und Lichtzeremonie. Vielschichtigkeit, Leichtigkeit und Spaß – dafür steht das XPerience Festival aber auch. Deshalb sind auch die Yoga-Stile der Lehrer, vom Yin Yoga, Spirited Vinyasa Flow-, Jivamukti-, Mantra-, Lach- und Acro Yoga bis hin zum klassischen Hatha Yoga, total weit gefächert.

 

Was können Besucher auf eurem Festival erleben – mal abgesehen von tollen Yoga-Stunden?

Dusty: Wir haben zum Beispiel ein breit aufgestelltes Musikprogramm. Das Tolle ist, dass viele Yoga-Lehrer auch echte musikalische Größen sind wie die Gaiatrees. David Lurey bietet Spirited Vinyasa Flow Yoga an und gibt danach für unsere Gäste ein wunderbares Konzert. Genauso macht’s Ajeet Kaur aus den Staaten, die neben ihren Yogastunden wunderschöne Kundalini Kirtan Musik mitbringt. Mit Liedermacherin Sarah Lesch oder Vijay Krishna wird man Mantren in der Mantra Academy erlernen und all die aufgenommene Energie beim Xtatic Dance mit Pascal de Lacaze abtanzen können.

Headliner der eco-veganen Szene ist Björn Moschinki. Er hat zwei eigene Restaurants geführt, mit Kindern gekocht und Köche in Großküchen und Uni-Mensen gecoacht. Seitdem er 15 Jahre alt ist, verwöhnt er alle, die es wollen, mit Essen ohne tierische Bestandteile. Er  wird in unserer Food Area Koch-Seminare,  Live-Shows  und viele Tipps und Tricks weitergeben.

Und natürlich gibt es jede Menge Anregungen aus dem Bereich Activism, Streetart und Martial Arts von Größen wie z.B. Kardami Kapila Das oder Raphael Fellmer, der als Vater des Food-Sharings mehrere Jahre komplett ohne Geld gelebt hat. Auf dem Market-Place können sich die Leute unter Obstbäumen mit Kissen, Kleidung und fairem Schmuck eindecken. Wir achten natürlich darauf, dass nur schöne Produkte, die ohne Leder, Horn oder Muscheln angefertigt wurden, angeboten werden.

 

Muss man erfahrener Yogi sein oder haben auch Neulinge auf der Matte Freude an eurem Angebot?

Dusty: Auf unserem Festival kommen alle Interessierte vom Totalanfänger bis zum Yogalehrer auf ihre Kosten. Egal, auf welchem Level du stehst, es geht eigentlich immer darum, auf sich selbst zu achten, seine Grenzen kennenzulernen und sie zu wahren. Das gilt nicht nur fürs Yoga üben, bei der Atemarbeit oder beim Kampfsport, sondern eigentlich in allen Lebensbereichen. Und wenn Anfänger dies hier das erste Mal auf dem Festival für sich selbst erspüren und ihr Handeln danach ausrichten, dann können sie vielleicht sogar schon mal in ein etwas fortgeschritteneres Angebot hineinschnuppern. Natürlich bieten wir aber auch Workshops und Stunden an, die ganz auf Anfänger zugeschnitten sind.

 

Wie wichtig ist die Yoga-Philosophie und Lebenshaltung für euer Festival?

Dusty: Ob im Yoga oder auch sonst, eine bewusste, durch Achtsamkeit geprägte Lebenhaltung ist immer vorteilhaft. Wir bei Yoga Vidya leben einen Lebensstil, der durch bestimmte Kriterien geprägt ist, zum Beispiel durch den bewussten Verzicht auf Fleisch, Fisch, Alkohol, Drogen und Tabak. Anderen zu zeigen, dass man deshalb keine Spaßbremse sein muss, macht uns immer große Freude. Beim Feiern kann man auch anders „aufwärmen“ als durch herkömmliche „Stimmungsmacher“. Wie wundervoll es ist, die Angebote unbetäubt zu genießen, erleben die Leute bei uns in jedem Fall, denn es wird keinen Alkohol geben.

 

Über welche Gast-Yogis und auf welche Veranstaltungen freut ihr euch am meisten?

Dusty: Ich denke, da kann ich für uns drei Organisatoren zusammen sprechen: Wir freuen uns sehr über jeden Künstler, Yoga-Lehrer und Referenten! Die Möglichkeit zu erhalten, ein solches Projekt auf die Beine zu stellen, ist ein riesiges Geschenk für uns. Wir kommen alle drei aus der Gastro- und Eventbranche. Mit diesem Projekt geht ein Traum für jeden von uns in Erfüllung. Natürlich werden wir aber alle das Konzert und die Workshops von Rising Appalachia besonders genießen. Wir können nur jedem empfehlen, sich über diese aktivistischen Ladies aus „The Dirty Old South“ mal etwas genauer zu informieren. 

 

Wie entstand überhaupt die Idee für das Yoga-Festival?

Dusty: Yoga Vidya feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Diesen Meilenstein haben wir zum Anlass genommen, uns bewusst Gedanken zu einem ganz neuen, generationenübergreifenden Festival zu machen. Unser Enthusiasmus bei der Organisation wird angefeuert durch die Begeisterungsfähigkeit, die Ideen und die Anliegen der jungen, aktiven Yoga-Szene. Wir wollen für sie eine neue Heimat schaffen – und zwar mit Angeboten, die sie wirklich interessieren und bei denen sie sich selbst einbringen können. Das zieht automatisch auch die Älteren an. Hier können sich alle immer wieder treffen, austauschen, sich vernetzen und zusammen das Leben feiern -ob zu Festivalzeiten oder bei anderen Events.

 

Im Web: xperience-festival.de

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